Die etwas provisorische Übermalung des neuen Tankernamens.

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Teheran/Athen – Der vor mehr als sechs Wochen vor der Küste Gibraltars festgesetzte iranische Öltanker darf nicht in Griechenland anlegen. Der Tanker Adrian Darya sei mit seinen mehr als 130.000 Tonnen zu groß für alle griechischen Häfen, sagte Griechenlands Vizeaußenminister Miltiadis Varvitsiotis am Mittwoch dem griechischen Sender Ant 1.

Laut Varvitsiotis war die griechische Regierung im Vorfeld von den USA "unter Druck" gesetzt worden. Athen wolle jedoch "unter keinen Umständen den Öltransport nach Syrien erleichtern". Nach Angaben der Website "Marine Traffic" steuert der Tanker die griechische Stadt Kalamata an, wo er am Montag ankommen könnte.

Diplomatische Krise

Gibraltars Behörden hatten den Tanker, der damals noch unter dem Namen Grace 1 unterwegs war, am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstoßen hätte. Der Iran wies die Anschuldigungen wiederholt zurück. Der Zwischenfall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Teheran und London.

Das Oberste Gericht in Gibraltar hatte am vergangenen Donnerstag die Freigabe des Tankers angeordnet, nachdem iranische Behörden bestätigten, dass die Fracht nicht nach Syrien gebracht werde und dass eine neue Besatzung den Tanker steuern werde. (APA, red, 21.8.2019)