Man wird von einem Genozid reden müssen. Das Vorgehen des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro und seiner Truppe gegen den Amazonas läuft auf eine Vernichtung des dortigen Regenwaldes hinaus. Das ist eine bewusste Politik. Bolsonaros Rhetorik ("Ich bin Capitão Motorsäge") gibt den Vernichtern des Urwaldes, seien es nun das Agrar-Big-Business oder einzelne Glücksritter und Freibeuter, einen Freibrief.

Das Abholzen des Amazonas-Regenwalds bringt indigene Völker um ihre Lebensgrundlage.
Foto: Reuters/Ueslei Marcelino

Es wird nicht nur der Lebensraum der indigenen Bevölkerung vernichtet, sondern das Weltklima insgesamt in Gefahr gebracht. Wo ist das internationale Tribunal, das dieses Verbrechen gegen die Lebensgrundlagen der Menschheit ahndet?

Purer Größenwahn und Korruption

Bolsonaro hat schon im Wahlkampf erklärt, dass letztlich das Amazonasgebiet großflächig in Weide- und Ackerland verwandelt, von Autobahnen und Wasserkraftwerken durchzogen werden soll. Es ist purer Größenwahn, durchsetzt mit Korruption in unfassbarem Ausmaß.

Dass der Präsident das Ganze mit seiner superzynischen Rhetorik begleitet ("Umweltschutz ist etwas für Leute, die Grünzeug essen"), ist inzwischen auch den Agrarkonzernen peinlich geworden. Das könne die Agrarexporte schädigen, heißt es.

Und hier ist wohl der Ansatzpunkt. Die großflächige Verwüstung der Lebensgrundlagen des Planeten ist wohl nur mit einem großflächigen Importboykott zu beantworten. (Hans Rauscher, 23.8.2019)