Eine Aufnahme des Tankers vom 17. August, als er noch in Gibraltar war. Nun steuert er auf die Türkei zu.

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Teheran – Der zeitweise von Großbritannien festgesetzte iranische Öltanker Adrian Darya hat seinen Kurs im Mittelmeer geändert und steuert nun auf die Türkei zu. Dies ergibt sich aus Ortungsdaten der Webseite MarineTraffic vom Samstag.

Bisher war als Ziel des voll beladenen Tankers, der zuvor Grace 1 hieß, die Hafenstadt Kalamata in Südgriechenland angegeben. Nun soll der Tanker laut der Daten am 31. August in der südtürkischen Hafenstadt Mersin anlegen.

Griechenland hatte erklärt, es werde das Schiff nicht abfertigen. Der Tanker sei mit seinen mehr als 130.000 Tonnen zu groß für alle griechischen Häfen, sagte Griechenlands Vize-Außenminister Miltiadis Varvitsiotis. Laut Varvitsiotis war die griechische Regierung im Vorfeld von den USA "unter Druck" gesetzt worden. Athen wolle jedoch "unter keinen Umständen den Öltransport nach Syrien erleichtern".

Fünf Wochen lang festgesetzt

Großbritannien hatte den Tanker fünf Wochen lang in Gibraltar festgesetzt und dem Iran vorgeworfen, Syrien entgegen den EU-Sanktionen mit Öl beliefern zu wollen. Die USA gehen davon aus, dass das Schiff von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert wird, die sie als Terrorvereinigung einstufen.

Die Regierung in Washington hat die Länder der Region deshalb aufgefordert, dem Tanker keine Hilfe zu leisten. Der Iran ist im syrischen Bürgerkrieg mit dem Regime von Machthaber Bashar al-Assad verbündet. (APA/Reuters, 24.8.2019)