Erst am Sonntag starb ein vierjähriges Kind nach einem Verkehrsunfall.

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Wien/Salzburg – Erst am Sonntag starb ein vierjähriges Mädchen, nachdem ein 90-jähriger Autofahrer in Salzburg-Gneis in eine Gruppe Fußgänger fuhr – die Ursache ist noch ungeklärt. Doch der Fall reiht sich ein in eine statistische Häufung: Allein bis Ende August 2019 starben mehr Kinder, als in den Jahren 2017 und 2018 zusammen, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vermeldet.

13 Kinder kamen heuer im Straßenverkehr ums Leben. 2018 kamen drei Kinder im Straßenverkehr ums Leben, im Jahr 2017 waren acht Todesopfer zu beklagen, im Jahr 2016 sieben. Heuer wurden laut vorläufigen Zahlen allein im August bisher vier Kinder bei Verkehrsunfällen getötet: In Kärnten kam ein Kind als Autoinsasse bei einem Zusammenstoß zweier Pkw ums Leben. In Niederösterreich fuhr ein Auto in einen Fahrradanhänger, zwei Kinder starben, und zuletzt das Unglück in Salzburg-Gneis.

"Keine Einzelfälle"

"Es wäre falsch, diese Serie an schrecklichen Unfällen als Einzelfälle abzutun", sagte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer und verwies auf die auch insgesamt gestiegene Zahl der Verkehrstoten im laufenden Jahr. Familien müssten besser vor Rasern und Alko-Lenkern geschützt werden. Im Ortsgebiet sei die Sicherheit von Kindern vor allem durch zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs gefährdet sowie durch unübersichtliche Kreuzungen und zu schmale Gehwege. Häufig fehlten sichere Geh- und Radverbindungen von einer Siedlung zum nächsten Ortsgebiet oder zur Bus-Haltestelle entlang einer Freilandstraße.

"In der Vergangenheit wurden viele Maßnahmen gesetzt, damit Kinder verkehrsgerecht werden. Massiv vernachlässigt wurden Maßnahmen, die das Verkehrssystem kindgerecht machen", kritisierte Gratzer. In den Niederlanden gelte zum Beispiel als Indikator für die Qualität der Verkehrsplanung, wie viele Kinder zu Fuß oder mit dem Rad mobil sind.

Tausende verletzte Kinder pro Jahr

Von 2016 bis 2018 sind laut VCÖ rund 8.500 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt worden, davon mehr als 3.500 als Pkw-Insassen. Zehn Kinder kamen als Pkw-Insassen ums Leben. Rund 2.000 Kinder wurden in diesem Zeitraum als Fußgänger bei Verkehrsunfällen verletzt, davon sechs Kinder tödlich. (red, APA, 26.8.2019)