Chlorpyrifos wirkt als Insektizid gegen Traubenwickler, den Springwurm, Rhombenspanner, Rebzikade und die Dickmaulrüssler.

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Brüssel – Wegen Gesundheitsbedenken soll ein seit Jahren eingesetztes Pflanzenschutzmittel in Europa verboten werden. Die EU-Kommission will nach eigenen Angaben vorschlagen, die im Jänner auslaufende Zulassung für die Stoffe Chlorpyrifos and Chlorpyrifos-Methyl nicht zu verlängern. Die Behörde bestätigte am Montagabend einen Bericht der "Taz".

Das seit 2006 in der EU zugelassene Mittel, das Schädlinge in der Landwirtschaft bekämpfen soll, steht im Verdacht, Erbgut und Nerven bei Embryonen zu schädigen. Laut "Taz" darf Chlorpyrifos in Deutschland schon heute nicht mehr gespritzt werden. Der Stoff werde aber unter anderem in importierten Orangen, Mandarinen sowie Grapefruits gefunden.

Kommission bereitet Vorschlag vor

Eine Sprecherin der EU-Kommission teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, bei einem Expertentreffen im April der europäischen Lebensmittelbehörde Efsa im April seien Bedenken wegen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit diskutiert worden. Nach einem entsprechenden Arbeitsauftrag habe die Efsa am 2. August Bedenken bestätigt. Die Kommission werde nun den Vorschlag an die EU-Staaten vorbereiten, die Zulassung nicht zu erneuern.

In der "Taz" forderten indes Verbraucherschützer und Politiker ein sofortiges Verbot. "Der Wirkstoff muss umgehend verboten werden", sagte Matthias Wolfschmidt, Direktor für internationale Kampagnen der Organisation Foodwatch. Der Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg, Armin Valet, sagte, das Insektizid stehe schon seit vielen Jahren in der Kritik. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wird mit den Worten zitiert: "Der Einsatz von Chlorpyrifos ist schon lange nicht mehr vertretbar." (APA, dpa, 26.8.2019)