Eine Million Euro ist die Grenze. Wer mehr Vermögen besitzt, soll zu Lebzeiten jährlich eine Vermögenssteuer entrichten, und auch bei einem Erbe über einer Million Euro soll eine Erbschaftssteuer anfallen. Das sind zumindest die Pläne der SPÖ, die auch konkrete Steuersätze nennt. Damit haben die Sozialdemokraten im Wahlkampf ein Thema aufs Tapet gebracht, das seit Jahren sehr kontrovers diskutiert wird. Befürworter sehen darin einen gerechten Beitrag wohlhabender Menschen zur Gesellschaft, Gegner hingegen fürchten um den Wirtschaftsstandort und argumentieren, dass es damit zu einer doppelten Besteuerung komme.

Foto: AP/MICHAEL PROBST

Wie argumentieren die STANDARD-User in der Debatte um die Erbschafts- und Vermögenssteuer?

Pro von User "gloriaviennae"

"Ich bin schon für eine Erbschaftssteuer, weil nämlich ein Bargelderbe für den Erben einen Zugewinn bedeutet. Noch dazu einen, für den er nichts geleistet hat. Jemand, der zwei Millionen Euro erbt, hat 100 Prozent Gewinn. Jemand, der zwei Millionen Euro erarbeitet, hat jede Menge Steuern dafür zu berappen. Ist das vielleicht gerecht? Und die Mär, dass das Geld schon versteuert ist, ist auch absurd, denn jedes Geld ist schon x-mal versteuert – jedes Mal, wenn es den Besitzer wechselt. Und es geht ja nicht um das Geld, sondern um die Person, die es bekommt. Die hat dafür noch nichts geleistet. Es muss halt ordentlich geregelt sein, damit nicht kleine Einfamilienhäuser oder Firmen hineinfallen, wo das Geld ja nicht bar irgendwo liegt, sondern "gebunden" ist. Und ich denke, das ist das Problem dabei."

Kontra von User "badat"

"Das Problem bei Vermögenssteuern ist, dass man nur aus zwei Varianten wählen kann:
1. Besteuerung vom ersten Cent an, wodurch jeder sein ganzes Vermögen bewerten und offenlegen muss und sowohl Miete als auch Eigenheime massiv teurer würden. Die ganz Reichen verlassen dann das Land, alle anderen müssen brennen. Liefert viel Ertrag, ist aber keine 'Reichensteuer'.
2. Niedriger Steuersatz, hoher Freibetrag (der SPÖ-Plan). Da die meisten Millionäre zwischen einer und zehn Millionen liegen und da tendenziell viele eher bei einer, kommt dabei nicht viel raus. Ist dann eine Reichensteuer, aber womöglich mit einem Ertrag nur knapp über dem administrativen Aufwand (wenn überhaupt)."

Wie ist Ihre Position in dieser Debatte?

Was spricht für und was gegen eine Erbschafts- und Vermögenssteuer? Was wären gerechte Freibeträge? Begründen Sie Ihre Meinung im Forum! (wohl, 28.8.2019)