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Wien – Der börsennotierte Baukonzern Strabag hat im ersten Halbjahr seine Gewinne und die Leistung gesteigert. Der Auftragsbestand stagnierte dagegen auf hohem Niveau. Für das Gesamtjahr werden weiterhin mehr als 16 Milliarden Euro Leistung erwartet, was etwas unter dem Stand von 2018 wäre. Als Ebit-Marge werden für heuer weiterhin zumindest 3,3 Prozent angestrebt, hieß es am Freitag.

Bis Juni stieg die Leistung des Bauriesen um neun Prozent auf 7,51 Milliarden Euro, der Umsatz legte um elf Prozent auf 6,98 Milliarden Euro zu. Getrieben war der Leistungsanstieg durch Deutschland, den Hochbau in Österreich, Aufträge in Ungarn und ein Großprojekt in Großbritannien. Der Auftragsbestand blieb mit 18,33 Milliarden Euro jedoch um 3,3 Prozent unter dem Wert von Mitte 2018: Rückgänge gab es in Österreich, Deutschland, CEE – dafür legte man in Großbritannien zu.

Aufwärtstrend in Deutschland ungebrochen

Im Ausblick heißt es, der Aufwärtstrend in Deutschland sei ungebrochen – auch in Benelux und Skandinavien lasse sich kein Abflauen der Bauwirtschaft erkennen. Der Heimatmarkt Österreich entwickle sich weiter erfreulich: "Das freundliche Umfeld für den Hochbau kann nun nicht mehr nur für den Großraum Wien, sondern auch für die Ballungsräume Graz und Linz bestätigt werden", heißt es.

Das gelte für den Wohnbau und den Gewerbe- und Industriebau. Im Verkehrswegebau verläuft die Entwicklung in Österreich laut Strabag ebenfalls positiv – wenn auch verhaltener als im Hochbau. In Tschechien und der Slowakei setze sich der überaus starke Wettbewerb bei gleichzeitigen Kostensteigerungen und Personalmangel fort.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im Halbjahr um 47 Prozent auf 294,7 Millionen Euro; die Abschreibungen legten wegen der Erstanwendung von IFRS 16 (Leasing) um 30 Prozent zu, sodass sich das Betriebsergebnis (Ebit) auf 61,0 (20,0) Millionen Euro verdreifachte. Dieses Plus sei durch das Segment "International+Sondersparten" bedingt.

Mitarbeiterzahl wuchs um vier Prozent

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 41,5 (12,6) Millionen Euro, die Ertragssteuern stiegen damit auf 27,6 Millionen Euro. Nach Steuern blieben 13,9 (2,9) Millionen, das Konzernergebnis nach Minderheiten drehte auf 10,7 (-0,6) Millionen ins Plus. Bei 102,6 Millionen Aktien gleicht das einem Ergebnis von 0,10 (-0,01) Euro pro Anteilsschein. Die Mitarbeiterzahl wuchs um ver Prozent auf 76.638, Zuwächse gab es besonders in der Region Americas sowie in Deutschland, Polen und Österreich.

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte wurden um acht Prozent auf 313,1 Millionen Euro ausgeweitet. Ein Großteil der Ersatzinvestitionen fällt laut Strabag in den Kernmärkten Deutschland, Österreich, Polen und Serbien an. Bei den Zusatzinvestitionen sei in den leistungsstarken Märkten Deutschland, Polen, Chile und Ungarn ein höherer Bedarf festzustellen. So werde unter anderem verstärkt in den Bereich Mining in Chile und in Asphalt und Betonmischanlagen investiert.

Kernaktionäre der Strabag SE sind die Familie rund um Hans Peter Haselsteiner (26,4 Prozent), das Duo Uniqa/Raiffeisen mit zusammen 27,5 Prozent (Uniqa 14,3, Raiffeisen 13,2 Prozent) und die Rasperia Trading des Oligarchen Oleg Deripaska (25,9 Prozent). (APA, 30.8.2019)