Der Peso hat seit 11.August 20 Prozent an Wert verloren

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Buenos Aires – Inmitten der jüngsten Schuldenkrise in Argentinien hat sich der Internationale Währungsfonds als Geldgeber hinter die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas gestellt. Der IWF werde in engem Kontakt mit den Regierungsbehörden bleiben und in den aktuell herausfordernden Zeiten weiter zu dem Land stehen, sagte ein IWF-Sprecher am Sonntag.

Der argentinische Präsident Mauricio Macri versucht durch diverse Schritte, die Zahlungsfähigkeit des Landes zu gewährleisten. Unter anderem sollen die Laufzeiten von Staatsanleihen und IWF-Krediten verlängert werden. Die von Macri geplanten Maßnahmen werde sich der IWF im Detail anschauen, erklärte der Sprecher. Der Währungsfonds hat Argentinien 57 Milliarden Dollar geliehen.

Maßnahmen zur Kapitalkontrolle

Die Schuldenkrise hatte sich in den vergangenen Tagen weiter zugespitzt. Alle drei großen Ratingagenturen stuften das Land herab und die Regierung ergriff am Sonntag Maßnahmen zu Kapitalkontrollen. In einem Dekret heißt es, die Zentralbank des Landes werde Bedingungen festlegen, unter denen der Zugang zum Devisenmarkt sowie Auslandsüberweisungen der Zustimmung der Notenbank bedürfen. So benötigen große Exporteure nun eine Erlaubnis der Zentralbank zum Kauf von Fremdwährungen und zur Überweisung von Devisen ins Ausland. Privatpersonen sollen von den Maßnahmen zu Kapitalkontrolle nicht betroffen sein, außer dass Transaktionen einen Wert von 10.000 Dollar nicht überschreiten dürfen.

Das Dekret sieht zudem vor, dass der Gegenwert exportierter Güter und Dienstleistungen unter Bedingungen, die die Zentralbank ebenfalls festlegen werde, bis Ende des Jahres in Form von Devisen ins Land fließen muss. Am Freitag hatte die Notenbank mitgeteilt, Kreditinstitute müssten größere Verschiebungen ihres Vermögens künftig von ihr genehmigen lassen. Mit den Maßnahmen will die Regierung die Abwertung des Peso stoppen und eine weitere Kapitalflucht aus dem hoch verschuldeten Land verhindern.

Präsidentschaftswahl sorgt für Sorge auf den Märkten

Der Peso hat seit dem 11. August zum Dollar mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Die Ratingagenturen Fitch und Moody's hatten ihre Einschätzungen der Kreditwürdigkeit Argentiniens am Freitag zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen gesenkt. Fitch korrigierte die Bewertung auf "RD" – das bedeutet "Restricted Default", also so viel wie eingeschränkter Kreditausfall, und ist nur eine Stufe vom Rating für Zahlungsausfall entfernt.

Präsident Macri hat im August eine Vorwahl gegen seinen linksgerichteten Herausforderer Alberto Fernandez verloren. Dieser gilt nun als Favorit für die Präsidentenwahl im Oktober. Fernandez arbeitet mit der ehemaligen Präsidentin Cristina Fernandez zusammen, deren einst interventionistische Politik an den Finanzmärkten gefürchtet war.

Auf den Märkten besteht im Hinblick auf die kommenden Präsidentschaftswahlen am 27. Oktober die Sorge einer Rückkehr zu der interventionistischen Wirtschaftspolitik der ehemaligen Präsidentin Fernandez de Kirchner. Die von Macri geplanten Maßnahmen werde sich der IWF im Detail anschauen, erklärte der Sprecher. Der Währungsfonds hat Argentinien 57 Milliarden Dollar geliehen. (APA, Reuters, red 2.9.2019)