Wer schnell und viel läuft, hält auch im Bett länger durch.

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Bewegung ist gut für die Gesundheit, darin sind sich Experten einig. Gleichzeitig fördert Sport auch die sexuelle Gesundheit, wie eine kürzlich im "Journal of Sexual Medicine" erschienene Studie zeigt. Dieser zufolge steigert intensiver Ausdauersport bei sexuell aktiven Frauen und Männern die Leistung, das Durchhaltevermögen und die Lust.

Für die Studie wurden 2.264 Frauen und 3.906 Männer aus Lauf-, Schwimm- und Radfahrklubs rekrutiert, die durchwegs sehr sportlich waren. Online beantworteten die Probanden Fragen zu ihrer sportlichen Betätigung und ihrem Sexleben.

Die Auswertung zeigte: Männer, die rund 4,5 Stunden pro Woche mit einer Geschwindigkeit von 14 Kilometern pro Stunde laufen gingen, hatten eine um 23 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit für eine erektile Dysfunktion.

Größere Vorteile bei Frauen

Bei den Frauen waren die Ergebnisse noch eindeutiger. Jene, die in derselben Geschwindigkeit pro Woche nur vier Stunden laufen gingen, hatten sogar ein um 30 Prozent reduziertes Risiko für eine sexuelle Dysfunktion.

"Die fittesten Frauen berichteten am seltensten von Schwierigkeiten mit sexueller Erregung und Orgasmus-Dysfunktionen", so Benjamin Breyer, Studienautor und Urologe am San Francisco General Hospital.

Die medizinische Erklärung für den Zusammenhang liegt auf der Hand: Bewegung verbessert die kardiovaskuläre Fitness. Dadurch wird die Durchblutung gefördert, auch im Genitalbereich. "Je besser die Durchblutung, desto besser die Erektion", sagt die Sexualtherapeutin Laura Berman zu CNN.

Und Lauren Streicher, medizinische Direktorin am Northwestern Center für Sexualmedizin in Chicago, weiß: "Im Umkehrschluss kann sich fast jede Erkrankung auch auf die sexuelle Leistungsfähigkeit auswirken." Deshalb hätten gesunde Männer und Frauen weniger Probleme im Schlafzimmer.

Weitere Faktoren

Die Studienautoren geben abschließend allerdings zu bedenken, dass die Studie sich, was die wöchentlichen Trainingseinheiten und die Sexualprobleme betrifft, auf die Selbstauskünfte der Probanden verlässt. Zudem, so Breyer, können viele weitere Faktoren das Sexleben beeinflussen, etwa das eigene Selbstvertrauen, die Schlafqualität sowie die Beziehung der Sexualpartner.

Auch frühere Studien haben bereits gezeigt, dass selbst bei weniger sportlichen Menschen die sexuelle Leistungsfähigkeit mit körperlicher Betätigung gesteigert werden kann.

Zu guter Letzt warnen die Forscher, dass nicht jedes Problem im Bett, etwa Schmerzen beim Sex oder ein ausbleibender Orgasmus, mit mehr Bewegung zu lösen sei. Im Zweifelsfall solle immer ein Arzt aufgesucht werden, so Streicher. (red, 2.9.2019)