Ein Leben ohne Smartphone ist für junge Leute möglich, aber sinnlos.

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Ring. Ring.

Ring.

Ring. Ring. Ring. Ring. Ring. Ring.

Jeder Smartphone-Besitzer kennt diese Geräusche. Wer jederzeit über alles benachrichtigt werden will, findet sich schnell in der Notifications-Hölle wieder. Je mehr Apps und Kontakte man hat, desto nervenaufreibender das Erlebnis.

Als wäre die schnelllebige Zeit nicht schon stressig genug, erhöhen Notifications nochmals den Stressfaktor. Die vermeintlich freie Minute wird so schnell zur Illusion, wenn am Handybildschirm die Benachrichtigung aufleuchtet und ertönt. Die gute Nachricht, besser gesagt Benachrichtigung: Man kann sich schnell Abhilfe verschaffen, wie "Wired" berichtet.

Wer von der schieren Anzahl an Notifications überwältigt ist, muss sich einfach mal mit dem eigenen Gerät beschäftigen.

Die guten, alten Einstellungen

Auf jenen von Android geht man in die Einstellungen und dann auf Apps/Benachrichtigungen. Dort erhält man einen Überblick über alle installierten Apps und kann für jede einzelne einstellen, ob man von ihr Benachrichtigungen erhalten will oder nicht.

Einzelne Apps erlauben sogar noch spezifischere Zugänge. So kann etwa für den Kurznachrichtendienst Twitter extra ausgewählt werden, ob man jeweils für Direktnachrichten, neue Follower oder Interaktionen mit eigenen Tweets Notifications bekommen will. Hat man bei Gmail mehrere Accounts, kann man einzelne davon nach Belieben stummschalten.

Es gibt auch unterschiedliche Kategorien an Notifications. So kann sich der Nutzer zwar eine Benachrichtung am Display zusenden lassen, aber keinen Signalton dazu – egal welche Lautstärke beim Handy gerade ausgewählt ist.

Den Banner bannen

Auf iPhones funktioniert das Management ähnlich. Auch hier gelangt man via Einstellungen zu Benachrichtigungen, auch hier kann für jede einzelne App die gewünschte Notifications-Reaktion auserkoren werden. Dabei gibt es drei Typen: Benachrichtigungen erscheinen nur am Sperrbildschirm oder im Notification Center (abrufbar, indem man von rechts oben runterwischt) oder als Banner. Letztere erscheinen auf dem oberen Rand des Bildschirms – je nach Einstellungen nur temporär oder dauerhaft, bis der User sie abschaltet. Auch iOS erlaubt, den Ton oder Vibrationsalarm für Apps spezifisch ein- oder auszuschalten.

Einzelne Apps

In jedem Fall zahlt es sich auch aus, sich mit den einzelnen Apps zu beschäftigen. Die Benachrichtigungen bei Instagram lassen sich etwa für Direktmessages, Likes, Kommentare und Follower einzeln steuern.

Messenger-Apps sind in dieser Angelegenheit generell benutzerfreundlich. So lassen sich auf Whatsapp einzelne Konversationen stummschalten. Das bietet sich zum Beispiel für nervige Gruppenchats an, in denen man vielleicht nicht zwangsläufig über jeden einzelnen der 78 Geburtstagsglückwünsche an ein Mitglied sofort informiert werden will. Wie macht man das? Indem man im jeweiligen Chat auf die drei Menüpunkte rechts oben tippt und dann dort die Benachrichtigungen stummschaltet. Im Facebook Messenger führt der Weg über den Info-Button rechts oben.

Bitte nicht stören

Der Nutzer kann zusätzlich einstellen, wann er (nicht) gestört werden will. Das wäre etwa eine Option für die Schlafenszeit. Manche verzichten auch in der Arbeitszeit auf private Notifications, dafür in der Mittagspause nicht. Je nach Arbeitsmoral auch umgekehrt.

Diesen "Nicht stören"-Modus findet man bei Android-Smartphones unter Einstellungen/Sound. Hier kann man Ausnahmen beschließen, damit etwa Anrufe oder SMS bestimmter Kontakte oder Benachrichtigungen bevorzugter Apps weiter durchdringen. Zudem steht der Nutzer auch hier wieder vor der Wahl, alle Notifications nur stummzuschalten oder sie in der Ruhephase erst gar nicht erscheinen zu lassen. Ähnlich geht man bei iOS in den Einstellungen vor.

Es zahlt sich also aus, sich mit den Möglichkeiten des eigenen Smartphones zu beschäftigen. Wer diese Zeit nicht aufwenden will, dem blüht der nächste Ring. Ring. Ring. (red, 3.9.2019)