Präsident Maduro wies die Anschuldigung, die Gewalt in Kolumbien zu befördern, zurück.

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Caracas – Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat ein Militärmanöver an der Grenze zu Kolumbien angeordnet. "Wenn du Frieden und Souveränität willst, sei bereit, sie zu verteidigen", sagte er am Dienstag vor Soldaten in der Hauptstadt Caracas.

Kolumbiens Präsident Iván Duque hatte der venezolanischen Regierung zuvor vorgeworfen, kolumbianische Farc-Rebellen zu unterstützen und ihnen Schutz zu gewähren. Maduro wies das zurück. "Jetzt wollen sie falsche Beweise vorlegen, um Venezuela anzugreifen und einen militärischen Konflikt mit unserem Land anzufangen", sagte er.

Angesichts der Spannungen zwischen den Nachbarländern versetzte Maduro alle Grenzeinheiten in Alarmbereitschaft. Zwischen dem 10. und 28. September sind mehrere Militärübungen geplant.

Farc kündigt Wiederaufnahme des Kampfes an

In Kolumbien hatten zuletzt einige frühere Kommandeure der ehemaligen Guerillagruppe Farc angekündigt, fast drei Jahre nach dem historischen Friedensvertrag wieder zu den Waffen zu greifen. Der ehemalige Farc-Anführer Iván Márquez übermittelte seine Kampfansage am Donnerstag in einem Video. Darin ist er von 17 bewaffneten Männern und Frauen umgeben, im Hintergrund hängt ein gelbes Farc-Banner. Auch der seit Ende Juni gesuchte ehemalige Farc-Anführer Jesús Santrich taucht in dem Video auf. Kolumbiens Präsident Duque hatte daraufhin die "Schaffung einer Spezialeinheit für die Verfolgung dieser Kriminellen" verkündet.

Maduro seinerseits hatte Ende Juli erklärt, dass Márquez und Santrich "in Venezuela willkommen" seien. Die kolumbianische Regierung war damals davon ausgegangen, dass die ehemaligen Farc-Anführer nach Venezuela geflohen seien. Das sei falsch, erklärte nun Diosdado Cabello, ein enger Vertrauter Maduros. Sein Land habe nur Unterstützung geleistet, indem es in der Vergangenheit Flüchtlinge des von der kolumbianischen "Oligarchie" ausgehenden Konflikts bei sich aufgenommen habe.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) hatte ein halbes Jahrhundert lang gegen die kolumbianische Regierung gekämpft, mehr als 260.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet. Das Friedensabkommen war 2016 unter Führung des damaligen Präsidenten Juan Manuel Santos ausgehandelt worden. Die Farc wandelten sich zu einer politische Partei mit derselben Abkürzung. (red, APA, 4.9.2019)