Der Windkraft-Ausbau soll in Form eines "Repowerings" erfolgen. Dafür investiert Energie Burgenland 233 Millionen Euro.

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Weiden am See – Es ist flach und es ist windig. Die topografische Gegebenheit des Burgenlands bietet sich für die Produktion von Windenergie gut an. Die Energie Burgenland plant bis 2025 Investitionen in erneuerbare Energie im Ausmaß von 419 Millionen Euro. Davon sollen 233 Millionen Euro in die dritte Windkraft-Ausbauphase fließen, erläuterte Vorstandsvorsitzender Michael Gerbavsits am Mittwoch in Weiden am See. 115 Millionen würden zum Ausbau der Netzkapazität verwendet. Geplant sei auch ein Projekt für wasserstoffbetriebene Busse gemeinsam mit Postbus.

Über 400 Millionen zu investieren, das sei für ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von 875 Millionen Euro und einem Umsatz von etwa 340 Millionen "ein ordentlicher Brocken", meinte Gerbavsits. Der Windkraft-Ausbau erfolge in Form eines "Repowering": Dabei werden 61 in der ersten Phase errichteten Anlagen durch 51 neue, leistungsstärkere ersetzt. Dadurch reduziere sich die Gesamtzahl der Windräder von derzeit 225 auf 215. "Der Output wird um über 25 Prozent steigen", sagte der Vorstandschef. Bisher habe man seit 2003 rund eine Milliarde Euro in den Windkraft- und den dazugehörigen Netzausbau investiert. Die Energie Burgenland sei dadurch "der mit Abstand größte Windstromerzeuger in Österreich geworden".

Photovoltaik als zweites Standbein neben Wind

Bei den nun im Netzbereich geplanten Aufwendungen von 115 Millionen Euro seien laufende, jährliche Investitionen von etwa 80 bis 90 Millionen Euro nicht eingerechnet. Im Photovoltaik-Bereich wolle man neben der Windkraft ein zweites größeres Standbein aufbauen. Etwa 36 Millionen Euro sollen aufgewendet werden, um bis 2025 die Stromproduktion aus Photovoltaik zu verzehnfachen.

Weitere 31 Millionen Euro investiere man in den Ausbau der Wärmeerzeugung aus Biomasse. "Ich sage ganz klar: Das Thema Verstromung aus Biomasse, das ist für uns erledigt", stellte Gerbavsits fest. Das Thema habe sich nicht bewährt. Mit Fernwärme vertreten sei man nun in Neusiedl am See, Eisenstadt sowie in Oberwart und in Rechnitz.

Durch die Investitionen sollen rund 30 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. In einigen Bereichen – etwa bei der Wartung von Leistungsschaltern, im IT-Bereich sowie bei der Bautätigkeit wolle man ausgelagerte Tätigkeiten wieder selbst durchführen.

Autobusse mit Wasserstoff betreiben

Im Zuge eines gemeinsamen Projekts des Landes mit der Energie Burgenland und mit Postbus sollen ab 2021 zunächst im Bezirk Neusiedl am See 15 wasserstoffbetriebene Autobusse zum Einsatz kommen. In einem nächsten Schritt soll der Verkehr auf den Bezirk Eisenstadt ausgedehnt werden, erläuterte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Das Projekt sei besonders im Hinblick auf die Klimaziele wichtig. Der Beitrag der Energie Burgenland bestehe aus der Errichtung einer Elektrolyseanlage um rund 8,5 Millionen Euro, so Gerbavsits.

In den vergangenen Monaten habe die Energie Burgenland zudem vier Millionen Euro für Innovationen im Bereich technischer Projekte, Smart Produkte und Kooperationen im Forschungsbereich aufgewendet, erläuterte Raphaela Reinfeld, die Leiterin der Innovation und Produktentwicklung. Die Energie Burgenlandtrage als einer von vier Partnern das Green Energy Lab, Österreichs größtes Innovationslabor am Weg hin zu einem rein erneuerbaren Energiesystem, wesentlich mit. (APA, 4.9.2019)