Chinas Notenbank macht durch eine Senkung des Mindestreservesatzes für Banken insgesamt 900 Milliarden Yuan für die Kreditvergabe frei.

Foto: Getty Images

Peking – Angesichts der Konjunkturabkühlung gewährt Chinas Notenbank den Geldhäusern mehr Freiraum für weitere Kredite in dreistelligem Milliarden-Umfang. Sie entschied am Freitag, die Reserveanforderungen für die Banken zum dritten Mal in diesem Jahr zu senken – und zwar um einen halben Prozentpunkt. Einem ausgewählten Kreis von Geschäftsbanken winkt sogar eine Kappung um einen vollen Prozentpunkt.

Damit soll mehr Geld zur Kreditvergabe losgeeist werden. Die Notenbank PBOC nannte ein Volumen von 900 Milliarden Yuan (rund 114 Milliarden Euro). Die Zentralbank betonte, damit setze sie keine Konjunkturhilfe in Form einer "Geldschwemme" in Gang. Die Reserveanforderungen RRR sind seit Anfang 2018 insgesamt bereits sieben Mal abgesenkt worden.

Kreditvergabe soll angekurbelt werden

Die kommunistische Führung in Peking hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kreditvergabe insbesondere an kleinere und mittelständische Firmen anzukurbeln. Im Zuge des Handelsstreits mit den USA hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zuletzt an Fahrt verloren. Die Notenbank versucht, die Konjunktur wieder stärker anzukurbeln.

Einer Studie der US-Notenbank Fed zufolge kostet der von US-Präsident Donald Trump losgetretene Handelsstreit die Welt 850 Milliarden Dollar an Wirtschaftsleistung kosten. Die Verunsicherung infolge der Eskalation der Zollstreitigkeiten dürfte das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um einen Prozentpunkt kappen, wie aus dem Bericht der Zentralbank hervorgeht. (Reuters, red, 6.9.2019)