Seoul – Durch den Taifun "Lingling" sind in Südkorea mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien Dutzende Menschen verletzt worden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag. Knapp mehr als 161 000 Haushalte seien zeitweise ohne Strom gewesen. Auch im abgeschotteten Nordkorea wurden durch den tropischen Wirbelsturm große Schäden befürchtet.

Starke Regenfälle wegen Taifuns "Lingling" in Südkorea.
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Ganz Südkorea stand unter dem Einfluss des Taifuns, der in Richtung Norden über die koreanische Halbinsel hinweg zog. Besonders stark betroffen war die Westküste des Landes. "Lingling" verursachte Berichten südkoreanischer Sender zufolge neben Stromausfällen auch Gebäudeschäden sowie Verkehrsbehinderungen. Die Winde waren so stark, dass Bäume einknickten. In Seoul flogen vereinzelt von starken Böen losgelöste Gebäudeteile und andere Gegenstände sowie Zweige auf die Straßen der Hauptstadt.

Auch Bäume wurden entwurzelt.
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Eine Frau starb laut Yonhap in Boryeong südwestlich von Seoul, als sie von starken Winden erfasst wurde. In einer Küstenstadt im Westen sei ein Mann von einer einstürzenden Mauer auf dem Parkplatz eines Krankenhauses erschlagen worden. Im nördlichen Paju sei ein 61-Jähriger auf einem Golfübungsplatz von einem losgelösten Dachteil tödlich getroffen worden.

In Seoul kam es zu Sach- und Gebäudeschäden.
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Als eine Vorsichtsmaßnahme strichen die Behörden den Berichten zufolge unter anderem fast 300 Flüge, darunter auch Flüge, die vom internationalen Flughafen Incheoen an der Westküste starten oder landen sollten.

"Lingling" ist der 13. Taifun in diesem Jahr, der auf die Halbinsel traf. Aus Nordkorea lagen zunächst keine Berichte über Schäden vor. Doch die Welthungerhilfe zitierte ihren Landesdirektor Lars Düerkop auf Twitter mit der Warnung: "Mit Sorge beobachten wir die Entwicklung von "Lingling" und rechnen in unseren Projektgebieten mit großen Regenmengen, Überschwemmungen und möglicherweise Erdrutschen." (APA, 7.9.2019)