Das iPhone 11 (Pro) ist da!

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Wieder einmal hat Apple zu seinem jährlichen September-Event geladen. Im Steve Jobs Theatre im Hauptquartier zu Cupertino wurden zahlreiche Neuerungen präsentiert. Mit dabei natürlich die neuen iPhones. Aber auch sonst gab es eine Menge an Produkten und Infos über kommende Services des IT-Konzerns.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Vorstellungen des Abends. Die Europreise sind am Ende des Artikels aufgelistet.

Apple Arcade

Bringt Zugang zu mehr als 100, teils exklusiven, Mobile Games im Monatsabo um 4,99 Dollar mit Familienzugang. Darunter etwa ein von Capcom umgesetztes Tauchabenteuer namens "Shinsekai: Into The Depths". Der Dienst startet am 19. September in mehr als 150 Ländern, es gibt ein einmonatiges Gratis-Testabo.

Apple TV

Apple TV +

Mit einem Videostreamingdienst will Apple in den Ring gegen Netflix, Amazon Video und Co steigen. Dafür sucht man sich prominente Verstärkung, etwas mit Jennifer Aniston, die erstmals seit "Friends" wieder in einem Serienformat zu sehen sein wird. Dazu kommt "See", eine Serie mit Jason Momoa ("Game of Thrones", "Aquaman"), die in einer Jahrhunderte entfernten Zukunft spielt, in der die Menschen ihr Augenlicht verloren haben und sich nun auf die Suche nach den ersten Kindern machen, die plötzlich wieder sehen können.

Die ersten Serien starten am 1. November, monatlich gibt es neue Produktionen. Der Dienst soll in über 100 Ländern starten. Den Monatspreis nennt Apple mit 4,99 Dollar – für den Familienzugang. Wer ein iPad, iPhone oder Apple-TV-Gerät kauft, erhält außerdem kostenlos Zugang für ein Jahr. Es ist unklar, ob dieses Angebot in allen Märkten gilt.

iPad (siebte Generation)

Apple vergrößert das klassische 9,7-Zoll-iPad auf ein 10,2-Display. Erstmals ist es mit einem Smart Connector ausgestattet. Es läuft mit dem A10-Fusion-Chip und soll doppelt so leistungsfähig sein wie sein Vorgänger. Weiters unterstützt es den Apple Pencil.

Erstmals stellt man das Gehäuse zu hundert Prozent aus recycletem Aluminium her. Es kann bereits vorbestellt werden, kostet 329 Dollar und soll Ende des Monats ausgeliefert werden. An Schüler und Studenten verkauft man es um 299 Dollar.

Apple

Apple Watch Series 5

Apple kündigt drei neue Studien an. Man will gemeinsam mit Wissenschaftern herausfinden, wie sich die tägliche Lärmbelastung auf das Gehör auswirkt. Weiters will man die Zusammenhänge zwischen dem Verlauf von Menstruationszyklen und verschiedenen Krankheiten erforschen und außerdem auch den Bereich Sport und Bewegung untersuchen. Teilnehmen können Apple-Watch-Nutzer in den USA. Apple verspricht, dass alle Daten anonymisiert werden.

Angekündigt wurde außerdem die fünfte Generation der Apple Watch. Sie verfügt über ein "Always on Retina Display", das also wichtige Informationen stets anzeigen soll. Um den Akku zu schonen, kann der Bildschirm seine Wiederholrate zwischen einem und 60 Hertz selbstständig regulieren. Die Laufzeit der Uhr soll sich im Vergleich zum Vorgänger also nicht ändern, Apple spricht von 18 Stunden.

Die Sensorenausstattung wird außerdem um einen Kompass ergänzt, ebenso mit einer gleichnamigen App, die alle relevanten Positionsinformationen liefert. Jedes Modell mit integriertem LTE-Modul kann außerdem internationale Notrufe abgeben und soll so helfen, Rettungskräfte schnell ans Ziel zu führen. Das Aluminiumgehäuse wird vollständig aus Recyclingaluminium gefertigt. Zudem gibt es auch Modelle aus Keramik und Titan. Ebenso gibt es auch wieder Sondereditionen in Zusammenarbeit mit der Luxusmarke Hermes. Die Uhren sind schwimmtauglich. Bestellt werden können sie schon heute ab 399 Dollar (499 für das LTE-Modell), ab 20. September sollen sie auch in den Stores zu finden sein.

Die neue Generation ersetzt jene des Vorjahres. Die dritte Generation bleibt weiter im Handel und ist künftig ab 199 Dollar zu haben.

Apple

iPhone 11

Die Hauptattraktion war natürlich die nächste iPhone-Generation, iPhone 11 genannt, erstmals übrigens präsentiert von einer Frau. Es folgt dem iPhone XR nach. Das Handy bringt "Spatial Audio" mit und soll folglich Raumklang bringen. Man hat am Kamera-Setup herumgeschraubt. Die Dualkamera bietet nun auch ein Ultraweitwinkel-Modul, um etwa Landschaftspanoramen besser zu erfassen oder Fotos in kleineren Räumen zu machen.

Die KI-Unterstützung der Kamera wird um "Semantic Rendering" ergänzt, was die Einstufung und fotografische Nachbesserung von einzelnen Szenenobjekten verbessern soll. Mit "High Key Mono" gibt es einen neuen Beleuchtungsmodus für Porträts. Erstmals mit dabei ist ein dezidierter Nachtmodus, der sich automatisch einschalten kann, wenn die Lichtbedingungen es verlangen. Er soll zudem auch erkennen, wenn sich etwas in der Aufnahme bewegt und mit verschiedenen Tricks reagieren, um verschwommene Darstellungen zu minimieren.

Die Frontkamera operiert nun mit zwölf Megapixeln und kann Weitwinkelaufnahmen machen. Wie mit der Hauptkamera können mit ihr jetzt auch Zeitlupenaufnahmen erstellt werden. Zudem soll die Entsperrung per Gesichtserkennung mittels Face ID flotter sein.

Pascal’s Wager

Die Unterlage bildet freilich ein neuer Chip, der A13 Bionic, hergestellt in einem überarbeiteten 7-Nanometer-Verfahren. Neben einer performanteren CPU soll er vor allem auch mit der schnellsten Grafikeinheit am mobilen Markt punkten, verspricht Apple. Demonstriert wurde das auch gleich mit mehreren Spieledemos. So kommt mit "Pascal's Wager" etwa ein Action-Abenteuer in den Appstore, das Erinnerungen an "Dark Souls" wachruft.

In Sachen Akkulaufzeit soll das iPhone 11 das XR-Modell aus dem Vorjahr übertrumpfen können. Eine Stunde mehr soll es durchhalten können. Das neue Handy ist wasserdicht und kann mindestens 30 Minuten bei einer Süßwassertiefe von zwei Metern überstehen. In den Handel kommt das Telefon um 699 Dollar.

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iPhone 11 Pro

Aber auch für dickere Geldbeutel hat Apple ein Handy dabei. Das iPhone 11 Pro kommt in zwei Größenvarianten, mit 5,8- und 6,5-Zoll-Display. Es bringt ein "Super Retina XDR-Display" mit und setzt auf jene Technologie, die man schon beim neuen Mac Pro zum Einsatz gebracht hat.

Für einen ordentlichen Boost bei der Systemperformance und diverse Features soll neben dem neuen Chip vor allem Maschinenlernen sorgen. Apple gibt an, dass der A13 Bionic bis zu eine Billion Operationen pro Sekunde ausführen kann, ohne freilich genauere Details über die Art der Rechenvorgänge zu verraten.

Die Akkulaufzeit soll vier bis fünf Stunden höher liegen als beim iPhone XS. Erstmals legt Apple außerdem ein Schnellladegerät bei.

Der Fokus liegt einmal mehr auf der Kamera. Erstmals führt Apple eine Triple-Cam ein, die drei Zwölf-MP-Module mitbringt. Sie teilen sich in eine Ultraweitwinkel-, Weitwinkel- und Telefotokamera auf, wie man es auch schon von vielen anderen Smartphone-Flaggschiffen kennt.

Mittels Softwareupdate soll noch in diesem Jahr ein neues Bildverarbeitungssystem namens Deep Fusion eingeführt werden. Es schießt neun Bilder, acht davon bereits vor dem Drücken des Auslösers. Von einer KI werden alle Bilder anschließend analysiert und anschließend "Pixel für Pixel" (Zitat Phil Schiller) zusammengesetzt. Man verspricht dadurch vor allem starke Ergebnisse bei schlechteren Lichtbedingungen.

KI-Unterstützung kommt auch bei Videoaufnahmen zum Einsatz. Hier soll sie dafür sorgen, dass man während des Filmens zwischen den einzelnen Kameras umschalten kann, ohne dass dabei problematische Unterschiede in der Farbabbildung zu sehen sind. 4K-Videos können nun mit 60 FPS aufgenommen werden.

In den Handel kommt das iPhone 11 Pro um 999 Dollar, das iPhone 11 Pro Max ist ab 1.099 Dollar zu haben. Die Vorbestellungen sind ab Freitag möglich. Verfügbar sein soll es ab 20. September.

Apples eigene Zusammenfassung der Vorstellungen.
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Neues für Apple Stores

In Apples eigenen Läden (und auch online) soll es künftig ein "Apple Watch Studio" geben, in dem Besucher unterschiedliche Uhrenmodelle mit verschiedenen Armbändern ausprobieren können. Dazu kommt ein neues Apple-Trade-in-Programm. Wer ein iPhone der letzten Generation einreicht, bekommt die neue Generation günstiger und kann sie in Monatsraten bezahlen. Das Programm dürfte es allerdings nur in den USA geben.

Apple hat außerdem die Wiedereröffnung seines Stores in der New Yorker 5th Avenue angekündigt. Wenn er am 20. September aufsperrt, wird er der größte Retailstandort des Konzerns sein.

Euro-Preise

Mittlerweile hat Apple auch die Euro-Preise seiner neuen Produkte und Services verraten.

Apple Arcade und TV+ werden für jeweils 4,99 Euro im Monat buchbar sein. Das iPad (7- Gen.) gibt es ab 379 Euro. Die fünfte Generation der Apple Watch erhält man in der 40-mm-Fassung um 449 bzw. 549 Euro (LTE), die 44-mm-Variante um 479 bzw. 579 Euro (LTE).

Das iPhone 11 gibt es in drei Speichervarianten. Das 64-GB-Modell kostet 799 Euro, die 128-GB-Ausgabe 849 Euro, und die größte Ausführung mit 256 GB kommt auf 969 Euro.

Das iPhone 11 Pro kommt mit 64, 256 und 512 GB Onboardspeicher um 1.149, 1.319 bzw. 1.549 Euro in den Handel. Die größere Pro-Max-Version schlägt mit 1.249, 1.419 bzw. 1.649 Euro zu Buche. (gpi, 10.9.2019)