Facebook blockierte am Dienstag Accounts von Faschisten, die für Salvini demonstrierten

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Die beiden italienischen neofaschistischen Parteien CasaPound und Forza Nuova drohen dem sozialen Netzwerk Facebook und der Facebook-Tochter Instagram mit einer Sammelklage, wenn nicht innerhalb von 48 Stunden sofort ihre am Montag entfernten Accounts wieder zugänglich gemacht werden. "Wir sind zu einer Sammelklage bereit", protestierte Casapound am Mittwoch.

"Anschlag auf Meinungsfreiheit"

Parteichef Gianluca Iannone beklagte eine "gravierende diskriminierende Aktion gegen seine Gruppierung" und sprach von "Anschlag auf die Meinungsfreiheit". "Die Meinungsfreiheit in Italien ist gefährdet", kritisierte Iannone. Die Löschung der Accounts sei "plötzlich und ohne Grund" erfolgt.

"Personen und Organisationen, die Hass verbreiten oder andere angreifen auf Basis von dem, was diese sind, haben keinen Platz auf Facebook und Instagram", hatte ein Facebook-Sprecher am Montag die Entfernung der Accounts begründet.

Splitterparteien

CasaPound, benannt nach dem amerikanischen Schriftsteller und Faschismus-Bewunderer Ezra Pound (1885-1972), und Forza Nuova sind rechtsextreme Splitterparteien, die bei den italienischen Parlamentswahlen 2018 jeweils unter einem Prozent der Stimmen blieben. Sie sind aber für ihr aggressives Auftreten sowohl im Internet als auch bei Straßenprotesten bekannt. (APA, 11.9.2019)