Ove Saffe, seit einem Jahr Konzerngeschäftsführer der Funke-Mediengruppe, soll das Unternehmen nun verlassen.

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Ove Saffe, seit einem Jahr Konzerngeschäftsführer der Funke-Mediengruppe und dort für das deutsche Zeitungsgeschäft verantwortlich, soll das Unternehmen nun verlassen, berichtet das deutsche Branchenmedium "Horizont". Der Aufsichtsrat habe einstimmig beschlossen, Saffe abzulösen. Die Funke-Gruppe ist in Österreich an "Krone" und "Kurier" beteiligt.

Details unklar

Der Zeitpunkt und die Nachfolge sind unklar. Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Funke-Gesellschafterin Julia Becker, erklärte gegenüber "Horizont", die Mediengruppe habe auf jeden Fall vor, den Vertrag des Noch-Geschäftsführers zu erfüllen. Das kann auch bedeuten, seinen Vertrag auszuzahlen.

Welche Gründe werden für den Entschluss kolportiert, den früheren "Stern"- und "Spiegel"-Geschäftsführer abzusetzen? Eine Möglichkeit sei, so der "Horizont", der Machtkampf zwischen Saffe und Co-Geschäftsführer Andreas Schoo. Die beiden sollen sich seit der Ernennung Schoos zum Sprecher der Geschäftsführung immer häufiger uneinig über die Konzernstrategie gewesen sein.

Sinkende Erträge

Ein weiterer Grund seien schlechte Zahlen im Funke-Zeitungsgeschäft. Zudem wird von "Verlusten in Berlin und Thüringen" und "gefährlich sinkenden Erträgen an den übrigen Standorten" berichtet.

Die Österreich-Connection

In Österreich hält die Funke-Gruppe 50 Prozent an der "Kronen Zeitung" und fast 50 Prozent am "Kurier", seit Ende 2018 zusammen mit dem Tiroler Immobilienmilliardär René Benko. Die Funke-Gruppe will ihre Anteile Benko komplett verkaufen. Bedingung dafür ist eine Kündigung oder Neuregelung der Vorrechte der "Krone"-Mitgesellschafter, Familie Dichand, etwa ein garantierter jährlicher Millionengewinn. "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand, die Frau von Christoph Dichand, berichtete zuletzt im "Trend" von weit gediehenen und konstruktiven Gesprächen zwischen den Dichands und Benko über die künftige Zusammenarbeit in der "Krone".

Die Funke-Gruppe hat eine Rahmenvereinbarung über die Vorrechte gekündigt, die Dichands bekämpfen diese Kündigung vor einem Schiedsgericht nach Schweizer Recht. In den nächsten Wochen wird eine Entscheidung erwartet. (red, 11.9.2019)