Die Polizei hat ihre Präsenz rund um den Flughafen Heathrow verstärkt.

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London – Mit einer Protestaktion wollen Klimaaktivisten ab Freitag das wichtigste Luftdrehkreuz Europas lahmlegen. Die Aktivisten der Gruppe "Heathrow Pause" planen, ferngesteuerte Drohnen rund um den Londoner Flughafen Heathrow aufsteigen zu lassen und so den Flugverkehr massiv zu stören. Weil die kleinen, unbemannten Flugobjekte für Passagiermaschinen eine massive Absturzgefahr darstellen können, muss der gesamte Luftraum um den Airport gesperrt werden, sobald tatsächlich eine Drohne entdeckt wird.

Die Protestaktion sollte eigentlich am Freitag mit der morgendlichen Öffnung des Flughafens um 4.30 Uhr Ortszeit starten, die ersten Maschinen aus Asien konnten jedoch planmäßig landen. "Es gibt keine Störung", teilte eine Sprecherin mit.

Die Aktivisten lieferten sich offenbar ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Ermittlern. Die Polizei setzte Geräte ein, um den Funkkontakt zu den Drohnen zu stören. Zudem wurden zwei Männern laut Polizei Freitagfrüh auf dem Gelände festgenommen. Sie stehen unter Verdacht, öffentliche Ruhestörung geplant zu haben. Schon am Donnerstag hatte die Polizei fünf Anführer der Gruppe wegen "Verdachts der Verschwörung zur öffentlichen Ruhestörung" festgenommen.

Unfälle ausschließen

Offizielles Ziel der Kampagne "Heathrow Pause" ist, den Bau einer dritten Start- und Landebahn zu verhindern und den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2025 auf null zu senken.

Die Vorschriften in Heathrow sehen eine Einstellung des Flugbetriebs vor, sobald im Umkreis von fünf Kilometern eine Drohne gesichtet wird. Die Aktivisten wollen allerdings nur Minidrohnen in Bodennähe aufsteigen lassen, um Unfälle auszuschließen. Stündlich sollen neue Drohnen aufsteigen, sodass der Flughafen ständig geschlossen bleiben muss.

Heathrow ist einer von sechs Verkehrsflughäfen im Großraum London. Täglich fliegen mehr als 200.000 Passagiere mit rund 1.300 Flügen von und nach Heathrow. (red, APA, 13.9.2019)