Wer von der Tinder-App genug hat, soll Tinder trotzdem treu bleiben: Das wünscht sich die Mutterfirma Match Group, die daher eine "apokalyptische" TV-Serie in Auftrag gab.

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New York – Tinder-Userinnen und User, denen der Sinn statt nach Dates nach Apokalypse steht, werden künftig bedient. Die Mutterfirma Match Group gab am Montag bekannt, dass man die Filmarbeiten für eine mehrteilige Serie in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko City abgeschlossen habe. Diese soll dazu dienen, Kundinnen und Kunden an die Plattform zu binden – und zwar auch dann, wenn sie gerade nicht den Verlockungen des Rechts- oder Linksswipens in der App erliegen.

Die Serie, die auf der Plattformwebseite Swipe Life publiziert werden soll, habe eine "apokalyptische" Story und werde sich nur im Hintergrund mit dem Thema Partner- oder Partnerinnensuche beschäftigen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Bisher beschäftigte sich die Seite Swipe Life allerdings durchaus vorrangig mit diesem Fragenkreis. Bei Erfolg will Tinder btw. die Match Group außerdem mehr: In dem kommenden Jahren ist nach Angaben der Agentur geplant, weitere Serien zu entwickeln. Wenn genau die neue Show starten soll, war vorerst nicht bekannt.

Auch Airbnb entwickelt Video-Content

Tinder steht mit dem Plan zur Kunden- und Kundinnenbindung alles andere als alleine da. Auch die Reiseplattform Airbnb hatte im April verlauten lassen, dass sie an der Entwicklung von Serien arbeite. Allerdings sollen diese – anders als bei Tinder – mit den Kerninhalten der Plattform in Verbindung stehen: Reisedokumentationen und fiktive Serien sollen den Appetit der Userinnen und User auf die große weite Welt anregen.

Neben den Web-Firmen sind – zumindest in den USA – auch althergebrachte Verkaufsunternehmen in der Entwicklung multimedialer Inhalte engagiert. Die Supermarktkette Walmart versucht bisherige Offline-kunden durch einen Deal mit dem Filmstudio MGM und dem neuen Videoservice Vufu auf ihrer Seite zu halten. Zudem hat auch die Diskontkette Costco die Entwicklung von Video-Content angekündigt. (red, Reuters, 16.9.2019)