Brett Kavanaugh ist in Bedrängnis – Präsident Donald Trump empfiehlt ihm den Gegenangriff.

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Washington – US-Präsident Donald Trump hat die "New York Times" wegen ihrer jüngsten Berichterstattung zu Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen den Verfassungsrichter Brett Kavanaugh erneut scharf attackiert. "Kann man glauben, was diese schrecklichen Leute tun und sagen", schrieb Trump am Montag auf Twitter über das Blatt. Er schlug vor, dass die Zeitung "verklagt" werden sollte.

Schon am Sonntag hatte Trump erbost auf die Berichterstattung der "New York Times" über den von ihm im vergangenen Jahr nominierten Kavanaugh reagiert und dem Richter empfohlen, juristisch gegen das Blatt vorzugehen.

"Kavanaugh zerstören"

Der Präsident legte nun nach, weil die Zeitung inzwischen ihren Bericht in einem wichtigen Punkt ergänzte. Sie stellte klar, dass sie mit einem angeblichen Kavanaugh-Opfer, über welches sie berichtet hatte, nicht selber gesprochen hatte. Zudem hätten Freunde der Frau gesagt, dass diese sich nicht an den angeblichen Übergriff erinnern könne.

Der angeblich von Kavanaugh begangene Übergriff vor Jahrzehnten während einer Studentenparty war der Zeitung von einem Ex-Kommilitonen des heutigen Verfassungsrichters geschildert worden.

Trump twitterte dazu, diese Berichterstattung solle Kavanaugh "zerstören" und "seine Meinungen beeinflussen". Der Richter am Supreme Court werde mit "Lügen und Falschnachrichten" angegriffen. Einmal mehr bezichtigte der Präsident "die Medien", mit den Demokraten unter einer Decke zu stecken.

Polizei ermittelte nicht

Vertreter der Oppositionspartei hatten nach dem jüngsten Artikel der "New York Times" neue Untersuchungen zu den Übergriffsvorwürfen gegen Kavanaugh gefordert. Die Präsidentschaftsbewerber Julian Castro und Kamala Harris verlangten sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Richter.

Der Artikel der "New York Times" vom Wochenende drehte sich unter anderem um den Vorwurf, Kavanaugh habe sich vor Jahrzehnten während einer Erstsemester-Party entblößt, dann hätten andere Studenten seinen Penis in die Hand einer Studentin gedrückt. Zudem habe der mit dieser Schilderung zitierte Ex-Kommilitone den Vorwurf bereits während des Verfahrens zur Nominierung von Kavanaugh für das Oberste Gericht der USA gegenüber dem FBI vorgebracht. Die Bundespolizei sei dieser Anschuldigung jedoch nicht nachgegangen.

Gegen Kavanaugh waren im vergangenen Jahr während seines Nominierungsverfahrens eine Reihe gravierender Übergriffs- und Missbrauchsvorwürfen laut geworden. Der ohnehin wegen seiner erzkonservativen Ansichten hochumstrittene Richter erhielt deshalb erst nach einem äußerst erbitterten Streit zwischen Demokraten und Republikanern das erforderliche grüne Licht des US-Senats für seine Beförderung an den Supreme Court. (red, APA, 16.9.2019)