Facebook geht auf die Verleger zu.

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Facebook will seine Anzeigenkunden künftig daran hindern, die Überschriften von journalistischen Beiträgen zu ändern. Bis Jahresende sollten entsprechende Mechanismen in Kraft sein, teilte der US-Konzern am Montag mit. Mit den Mechanismen solle gesichert werden, dass die Verleger die Kontrolle darüber behielten, wie ihre Schlagzeilen in kommerziellen Anzeigen aussehen.

Reaktion

Facebook reagiert damit auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP auf Beschwerden darüber, dass Anzeigenkunden des Onlinenetzwerks bisher die Möglichkeit haben, die Titel über den Links zu Nachrichten und anderen journalistischen Inhalten zu verändern. Dies kann dazu führen, dass sie den Überschriften einen Tenor geben, der nicht unbedingt dem Inhalt der Beiträge entspricht.

Zuletzt hatte in Großbritannien ein von der konservativen Partei für eine Facebook-Anzeige verwendeter Titel zu einem Nachrichtenartikel für Kritik gesorgt. In dem Beitrag des Senders BBC ging es um geplante Ausgaben für das Bildungswesen. Die auf Faktenchecks spezialisierte Organisation Full Fact bemängelte die von der Regierungspartei später verwendete Schlagzeile als irreführend. Sie lasse die geplanten Bildungsausgaben viel höher erscheinen "als sie tatsächlich sind". (APA, 17.9.2019)