Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu warnte auf Twitter vor einer hohen Wahlbeteiligung in den "Hochburgen der Linken"

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Jerusalem – Bei der israelischen Parlamentswahl zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 16.00 Uhr Ortszeit lag sie bei 44,3 Prozent, um 1,5 Prozentpunkte mehr als zu diesem Zeitpunkt bei der vorangegangenen Wahl. Der rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu warnte auf Twitter vor einer hohen Wahlbeteiligung in den "Hochburgen der Linken". Bei den Rechten sei die Beteiligung dagegen "so niedrig wie noch nie". Likud-Anhänger müssten sofort wählen gehen, "oder wir bekommen eine linke Regierung mit den arabischen Parteien", schrieb er.

Erste Prognosen um 21 Uhr

Netanjahus Herausforderer Benny Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß zeigte sich bei der Stimmabgabe in Tel Aviv siegesgewiss. "Heute stimmen wir für eine Veränderung. Wir werden Hoffnung bringen, alle gemeinsam, ohne Korruption und ohne Extremismus", sagte der frühere Militärchef Gantz. Sein Bündnis war schon im April knapp vor Netanjahus Likud gelandet, doch das rechts-religiöse Lager hatte eine gemeinsame Mehrheit. Da es Netanjahu trotzdem nicht gelang, eine Regierung zu bilden, kam es zu Neuwahlen.

Rund 6,4 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Mitglieder der 22. Knesset in Jerusalem zu bestimmen. Mit Schließung der Wahllokale um 21.00 Uhr werden erste Prognosen veröffentlicht. (APA, 17.9.2019)