Deutschland plant, den CO2-Ausstoß zu besteuern.

Foto: ap/Michael Probst

Düsseldorf – Dax-Unternehmen müssen sich einer Studie zufolge bei einer zusätzlichen Steuer auf CO2-Emissionen auf milliardenschwere Belastungen einstellen. Für den Fall, dass die Unternehmen ihre Emissionen an Kohlendioxid (CO2) nicht reduzieren, könnten schon bei einer geringen Steuer von 30 Euro je Tonne jährlich rund 5,2 Milliarden Euro auf die Konzerne zukommen.

Das entspreche 3,7 Prozent des kumulierten operativen Ergebnisses (Ebit) der Dax-Konzerne im Jahr 2018, heißt es in einer Studie der Fondsgesellschaft Union Investment. Besonders betroffen wären demnach Unternehmen aus der Chemiebranche wie BASF, Covestro und Linde, Thyssen Krupp aus der metallverarbeitenden Industrie, die Autobauer BMW, Continental, Daimler und VW sowie aus dem Baugewerbe Heidelberg Cement.

Regierung will Klimaschutzpaket am Freitag beschließen

"Aus Investorensicht stellt sich die Frage, wie schnell ein Unternehmen seine CO2-Emissionen senken kann", erklärte Union-Investment-Experte Henrik Pontzen. "Mittel- bis langfristig ist entscheidend, wie schnell Unternehmen ihre Energieversorgung anpassen, ihr Geschäftsmodell modifizieren und inwieweit sie die zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergeben können." Gute Chancen rechnet Pontzen dabei den Konzernen Continental, Infineon, Fresenius, Fresenius Medical Care und der Deutschen Telekom aus. Diese könnten mittelfristig von einer Besteuerung profitieren. Sie verbrauchten aktuell zwar viel Strom, dürften jedoch technisch in der Lage sein, ihre Emissionen deutlich schneller zu senken als andere Unternehmen.

Die deutsche Regierung will am 20. September ihr Klimaschutzpaket beschließen. Darüber wollen CDU, CSU und SPD am Donnerstag erneut beraten. Reuters-Informationen zufolge wird das Paket in den kommenden vier Jahren 40 Milliarden Euro oder mehr kosten. Zur Finanzierung soll unter anderem ein Preis für den CO2-Ausstoß eingeführt werden.

Nichtstun könnte noch teurer kommen

Noch teurer könnte es Unternehmen allerdings zu stehen bekommen, wenn Maßnahmen gegen den Klimawandel verspätet oder gar nicht gesetzt werden. Eine Studie der Unep Financial Initiative beziffert die Kosten, die Unternehmen und Investoren aus verspätet umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen entstehen könnten, auf 1,2 Billionen Euro. (APA, Reuters, red, 18.9.2019)