Duterte setzt ein Kopfgeld von umgerechnet 17.000 Euro auf entlassene Ex-Häftlinge aus.

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Manila – Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte will 1.700 ehemalige Häftlinge, die wegen guter Führung entlassen worden waren, zurück ins Gefängnis stecken. Bereits Anfang September appellierte die Polizei an die Ex-Insassen, sich zu stellen, ansonsten würden sie "wie Flüchtige" behandelt werden.

Bisher haben sich aber nur weniger als 700 der Ex-Häftlinge bei der Polizei gemeldet. Der umstrittene Präsident setzt jetzt auf andere Methoden: Er setzte ein Kopfgeld von einer Million Pesos (etwa 17.000 Euro) auf jeden freilaufenden Straftäter aus.

Das Preisgeld sei laut Durterte für jeden verfügbar, der die Ex-Insassen "tot oder lebendig" festnehmen könne. "Aber vielleicht wäre der Tod eine bessere Option. Ich bezahle Sie dafür mit einem Lächeln".

Tausende Opfer im Drogenkrieg

Am Mittwoch ruderte der philippinische Justizminister Menardo Guevarra für den Präsidenten zurück: "'Tot oder lebendig' sollte nicht wörtlich genommen werden", sagte er. Die Behörden sollten Verhaftungen gewaltfrei vornehmen, können aber "angemessene Gewalt" anwenden, wenn sich jemand der Verhaftung widersetzt.

Dutertes Vorgänger entließ über 21.000 Häftlinge frühzeitig wegen guter Führung aus der Haft, um die überfüllten Gefängnisse zu entlasten. Laut der aktuellen Regierung wären aber mehr als 2.000 der entlassenen Insassen wegen Verbrechen wie Vergewaltigung, Drogenhandel, Mord, Bestechung, Plünderung, Entführung und Brandstiftung verurteilt worden und hätten deshalb nicht freigelassen werden dürfen.

Duterte führt seit seinem Amtsantritt 2016 einen brutalen Anti-Drogen-Krieg. Bereits im Wahlkampf versprach er, bis zu 100.000 Kriminelle zu töten, wenn er an die Macht komme. Bisher wurden – je nach Quelle – tausende, wenn nicht zehntausende, Menschen bei Polizeieinsätzen getötet. Menschenrechtler sind zudem der Ansicht, dass den Razzien auch viele Menschen zum Opfer fielen, die nichts mit Drogen zu tun hatten. (red, 18.9.2019)