In der Pariser Metro sind seit Jahren U-Bahn-Garnituren ohne Fahrer unterwegs. Nun machte sich eine davon vorübergehend selbstständig.

Foto: Reuters / Benoit Tessier

Paris – Eine Fahrt mit der Pariser Metro gehört zum Pflichtprogramm vieler Touristen. Doch nun haben Passagiere eine wahre Horrorfahrt erlebt: Ein Zug der fahrerlosen Linie 1 raste hinter dem Louvre-Museum los und durchfuhr drei Stationen, ohne anzuhalten. Die vollautomatische Metro sei regelrecht "durchgedreht", erklärte eine Gewerkschaft, die Metro- und Busfahrer vertritt.

"Wir sind nur knapp einem enormen Unfall entgangen", schrieb ein Passagier auf Twitter. Ihre Metro sei beinahe in eine vorausfahrende hineingerast. Er habe noch nie im Leben so viel Angst gehabt. Erst eine Station vor dem Triumphbogen habe sie angehalten.

Gewerkschaft warnt vor Sparzwang

Die Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP bestätigte den Vorfall am Mittwoch und sprach von einem "technischen Zwischenfall". Auch wenn die Fahrt für die Passagiere sicher "eindrucksvoll" gewesen sei, "versichern wir Ihnen, dass keine Gefahr bestand", erklärte die RATP auf Twitter.

Die Gewerkschaft Solidaires RATP rief dazu auf, nicht immer mehr fahrerlose Züge einzusetzen. Um Geld zu sparen, wird derzeit auch die vielbefahrene Linie 4 auf Automatikbetrieb umgestellt.

Fahrerlose U-Bahnen sind mittlerweile in mehreren europäischen Städten unterwegs, etwa in Kopenhagen, Nürnberg, Budapest, Barcelona oder Rom und Turin. Auch in Wien soll die im Bau befindliche U5 ohne Fahrer auskommen. Allerdings werden in den ersten Betriebsjahren zwischen 2022 und 2025 dennoch Fahrer an Bord sein. (red, APA, 18.9.2019)