Seit Jahren kämpfen die Armeen zweier Regierungen in Libyen um die Macht.

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Benghasi – Im libyschen Bürgerkrieg hat sich der Kampf zwischen den rivalisierenden Regierungen durch Attacken auf die Stadt Sirte zugespitzt. Die zentral an der Küste gelegene Stadt wird von der international anerkannten Regierung gehalten. In den vergangenen Tagen häuften sich Berichte über Angriffe durch die Libysch-Nationale Armee (LNA) General Khalifa Haftars. Diese hält einen Großteil des Landes unter Kontrolle, während die anerkannte Regierung unter Ministerpräsident Fayez al-Sarraj im Wesentlichen lediglich in der Region zwischen der Hauptstadt Tripoli im Westen und dem rund 450 Kilometer entfernten Sirte das Sagen hat.

Erfolglose Angriffe auf Tripoli

Haftars Truppen versuchen seit April erfolglos, Tripoli einzunehmen, unter anderem mit Luftangriffen. Durch den Konflikt wurden allein aus Tripoli 120.000 Menschen vertrieben, hunderte Zivilisten starben.

Auch Mitiga, der einzige funktionierende Flughafen Tripolis, wurde am Montag angegriffen. Zuletzt war Mitiga zwei Wochen lang aufgrund von Attacken lahmgelegt.

Die Regierung in Tripoli erklärte, dass bei den Angriffen auch Drohnen der Vereinten Arabischen Emirate zum Einsatz kamen. Gemäß Berichten der Vereinten Nationen unterstützen die Emirate ebenso wie Ägypten die LNA, während Tripoli unter anderem von der Türkei Unterstützung erhält.

Veranstaltung im Kreisky-Forum

Am Donnerstag findet im Kreisky-Forum in Wien eine Veranstaltung zur aktuellen Situation in Libyen statt. Moderiert wird diese von der STANDARD-Expertin Gudrun Harrer. (red, Reuters, 18.9.2019)