Nach der Landung taugt die Kapsel nur noch bedingt als Unterschlupf.
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Moskau – Aufs erste Hinhören mag es paradox klingen, dass die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos ihre Kosmonauten mit Schusswaffen ausstatten will, um sich gegen wilde Tiere verteidigen zu können. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Sojus-Kapseln nicht wie die einstigen Space-Shuttles auf einer Rollbahn landen, sondern in der Regel in der Steppe zu Boden sinken – mitten im Nirgendwo.

Es kann also einige Zeit dauern, bis die Bergungsteams zu den gelandeten Raumfahrern vorgedrungen sind. Und für diese Zwischenzeit soll Vorsorge getroffen werden. Der russische Kosmonaut Oleg Kononenko, der kürzlich von der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt war, hat sich bereits zu den Plänen geäußert. Da Landungen in der Wildnis möglich seien, bräuchte man ein Spezialmesser, um sich einen Unterschlupf zu bauen, und eine Waffe wegen der wilden Tiere.

Es ist ein weites Land ...
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Das wusste man auch schon früher: Seit den 80er Jahren war eine noch in der Sowjetzeit entwickelte dreiläufige Handfeuerwaffe vom Typ TP-82 Teil der Notfallausrüstung von Kosmonauten. 2007 wurde sie jedoch aus dem Überlebenspaket entfernt. Das will Roskosmos-Leiter Dmitri Rogosin nun wieder rückgängig machen und seine Raumfahrer mit einer modernisierten Version der Waffe ausstatten.

"Die Waffe wird bereits getestet", erklärte Rogosin. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass sie in eineinhalb Jahren Teil der Notfallausrüstung von Kosmonauten sein werde. Sie könnten damit in abgelegenen Gebieten Signalschüsse absetzen und sich vor wilden Tieren schützen. (red, APA, 19. 9. 2019)