Hier entsteht das Ras-Abu-Aboud-Stadion. Im Hintergrund die Skyline von Doha.

Foto: AP/Vadim Ghirda

Die Baustelle des Stadions von Lusail.

Foto: Reuters/Qatar Supreme Committee for Delivery and Legacy

So soll das Bauwerk später aussehen.

Foto: APA/AFP/Qatar’s Supreme Committee

Das Golfemirat Katar richtet die Fußball-WM 2022 aus. Die Stadien errichten Wanderarbeiter, die großteils vom indischen Subkontinent kommen. Nachdem Menschenrechtsorganisationen über unhaltbare Zustände auf den Baustellen berichtet hatten, versprach die Regierung, gegen Ausbeutung und verzögerte Lohnauszahlungen vorzugehen.

Schlichtungsstellen wurden eingerichtet. Wenn eine Firma Konkurs anmeldet und deshalb ausstehende Gehälter nicht zahlen kann, soll ein staatlich finanzierter Unterstützungsfonds einspringen.

Arbeiter fahren ohne Lohn heim

Doch fast zwei Jahre nach der angekündigten Arbeitsmarktreform hat sich nichts geändert: Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International belegt, dass im vergangenen Halbjahr hunderte Mitarbeiter dreier zugesperrter Bau- und Reinigungsfirmen das Land verlassen haben, ohne ihre ausständigen Gehälter erhalten zu haben.

Die Schlichtungsstellen, die laut katarischem Arbeitsrecht binnen sechs Wochen eine Entscheidung treffen müssten, sind nämlich personell so dünn besetzt, dass die Bearbeitung von Klagen oft Monate dauert, und wenn sie zu einer Entscheidung gelangen, bedeutet das nicht, dass der Kläger sein Geld erhält: Dafür ist oft eine weitere Klage vor einem Zivilgericht erforderlich.

In 1.620 Fällen, die Amnesty seit März 2018 verfolgte, erhielt kein einziger Beschwerdeführer eine Entschädigung aus dem staatlichen Fonds, der seit der Einführung vor einem Jahr keine Auszahlung getätigt hat.

Die drei betroffenen Firmen Hamton International, Hamad bin Khaled bin Hamad (HKH) und United Cleaning waren gegenüber Amnesty zu keiner Stellungnahme bereit. Insgesamt arbeiten in dem 2,7-Millionen-Einwohner-Staat Katar zwei Millionen Ausländer. (red, 19..9.2019)