Ein Sprecher der Huthis, die sich zum Angriff auf Saudi-Arabien bekannt hatten, spricht über die Angriffe auf Saudi-Arabien. Angeblich soll es Freitagfrüh einen neuen Angriffsversuch gegeben haben.

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Riad/Sanaa – Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben einen geplanten Angriff der jemenitischen Huthi-Rebellen mit einem ferngelenkten Sprengstoff-Boot vereitelt. Das Boot sei am Donnerstag im Süden des Roten Meers entdeckt und zerstört worden, meldete die saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf die Militärkoalition.

Es sei von der Region um die jemenitische Hafenstadt Hodeidah aus gelenkt worden. Das Ziel des geplanten Angriffs war demnach unbekannt. Saudi-Arabien selbst hat derweil in der Nacht auf Freitag gemeinsam mit der Anti-Huthi-Allianz Ziele im Jemen angegriffen. Bei den Attacken seien vier militärische Ziele nahe Hodeidah zerstört worden, erklärte das Militärbündnis am Freitag. Dort seien unter anderem Seeminen produziert worden.

Huthis: Angriffe in Hodeidah gefährden Abkommen

In der Folge haben die Huthis dem Militärbündnis am Freitag eine "schwerwiegende Eskalation" vorgeworfen. "Die intensiven Angriffe in Hodeidah sind eine schwerwiegende Eskalation, die das Abkommen von Schweden sprengen könnte", sagte ein Huthi-Rebellenführer mit Blick auf eine Waffenstillstandsvereinbarung von Dezember 2018.

Die Huthi-Rebellen, die im Bürgerkrieg im Jemen vom Iran unterstützt werden, hatten sich zu den Angriffen auf Ölanlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco in Abqaiq und Khurais am vergangenen Wochenende bekannt.

Die US-Regierung macht dagegen den Iran verantwortlich. Auch Saudi-Arabien sieht hinter den Angriffen "unzweifelhaft" den Iran. Beide Staaten haben Teheran mit Konsequenzen gedroht, allerdings scheinen sie vorerst vor einer weiteren Eskalation zurückzuschrecken. US-Außenminister Mike Pompeo, der am Mittwoch bei einem Besuch in Saudi-Arabien noch von einem "kriegerischen Akt" gesprochen hatte, sagte am Donnerstag, Trump wolle "keinen Krieg". Allerdings hatte der Präsident neue Wirtschaftssanktionen verhängt – die iranischen Notenbank soll davon betroffen sein. Die Führung in Teheran bestreitet jede Verwicklung.

"Der Iran will keinen Krieg" schreibt Zarif, das Land wolle sich nur verteidigen.

Iran plant große Militärparade am Persischen Golf

Der durch die Streitigkeiten zwischen den USA, dem Iran und Saudi-Arabien wieder in den Fokus geratene Persische Golf wird am Sonntag Schauplatz einer großen Militärparade. Anlass ist der 39. Jahrestag des Golfkrieges zwischen dem Iran und dem Irak (1980-1988). Dabei werden die iranische Luftwaffe und Marine ihre Kampflugzeuge, Hubschrauber sowie Kriegsschiffe und Schnellboote zur Schau stellen. Die größte Parade ist in der Hauptstadt Teheran vorgesehen – mit Präsident Hassan Rouhani.

Durch den Persischen Golf, insbesondere die Straße von Hormuz, werden fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft wird. Der Ölexport des Irans ist die Haupteinnahmequelle des Landes – durch die von Trump verhängten Sanktionen sind die Öleinnahmen drastisch gesunken. (red, 20.9.2019)