Apropos neue Mobilität: Wie wichtig das eigene Auto ist, zeigt, dass immerhin 80 Prozent eine Parkmöglichkeit bei der Firma wollen.

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Glaubt man den Ergebnissen der aktuellen Umfrage zu den wichtigsten Kriterien im Job (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, durchgeführt von marketagent.com für karriere.at), dann ist alles sehr retro. Keine Rede von Sinn, von Familienfreundlichkeit, von Unterstützung bei Familienaufgaben, von Wunschjobs mit sozialer Relevanz oder Klimafreundlichkeit.

Die Erwartungen an den Arbeitgeber lauten erstens finanzielle Sicherheit, zweitens Vertrauen und drittens Verantwortung, die man übertragen bekommt – also mehr oder minder: Status. Work-Life-Balance rangiert dahinter, es folgt der Wunsch nach Förderung von Motivation und Selbstvertrauen.

Ähnliches kommt auch bei der Frage nach den Benefits zutage – finanziell und traditionell punkten. Prämien führen die Liste an (88 Prozent), gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten (87 Prozent), und fast gleichauf ist der Fahrkostenzuschuss. Apropos neue Mobilität: Wie wichtig das eigene Auto ist, zeigt, dass immerhin 80 Prozent eine Parkmöglichkeit bei der Firma wollen. Essensbons und Zuschüsse dafür rangieren gleichauf. "Gerade in Zeiten, in denen man mit Unsicherheit konfrontiert ist, setzt man eher auf Leistungen, die sich im Geldbörsel niederschlagen", sagt dazu Alexander Katzmaier von der Jobplattform karriere.at.

Homeoffice ist nicht so toll

Gleichzeitig, so geht aus der Umfrage ebenfalls hervor, sind Anerkennung, Spaß und genügend freie Zeit die Top Drei für den Joballtag.

Da flexible Arbeitszeit gefragt ist – wie steht es um mobiles, ortsungebundenes Arbeiten? 58 Prozent halten es für sehr gut oder eher gut. 28 Prozent sind gespalten, und 13 Prozent finden es nicht gut. Homeoffice ist also nicht der Renner, als der es gerne verkauft wird.

Drei von vier Arbeitnehmern fühlen sich im Homeoffice recht erschöpft, sagt der aktuelle deutsche Fehlzeitenreport. Auch diese Erhebung entzaubert das Homeoffice weitgehend. Wut und Verärgerung werden darin als Belastungen genannt. Auch die Nervosität sowie die Reizbarkeit seien höher in dieser verschwimmenden Grenze zwischen Job und privat. Das dürfte auf Österreich übertragbar sein.

Angst bei Jungen am größten

Was das heimische Bürovolk gar nicht will, ist Desksharing, also mit einem Rollköfferchen jeweils einen Schreibtisch suchen. Diese Art von Teilen kann nur jeder Fünfte akzeptieren. Der eigene Schreibtisch als Statussymbol, als Sicherheit und als Rückzugsgebiet steht also noch fest da.

Bei der Frage nach Digitalisierungsängsten schließt sich der Kreis zum Sicherheitsstreben: Mehr als die Hälfte befürchtet den Verlust vieler Arbeitsplätze. Bei den Jungen und bei den weniger gut Gebildeten ist die Angst um den eigenen Job, den Maschinen wegnehmen könnten, am größten. Personalverantwortliche unterschätzen das offenbar, denn nur acht Prozent sagen, dass in ihren Unternehmen Jobängste durch die Digitalisierung bestünden – die Mehrheit dieser Zunft sieht ihr eigenes Unternehmen bei diesen Zukunftsfragen recht gut aufgestellt. (Karin Bauer, 27.9.2019)