Arthur Arbesser

Der österreichische Designer Arthur Arbesser ist eh schon Everybodys Darling, aber am Mittwoch hat er sich zusätzliche Sympathiepunkte verdient. Inspiration für die neuen Stücke ist nämlich seine Oma. Die ist in Siebenbürgen geboren und hat über die Jahre hinweg Stoffe gesammelt und so ein beachtliches Archiv aufgebaut, das Arbesser erst kürzlich entdeckt und gemeinsam mit Restmaterial aus seinen vergangenen Kollektionen zu neuen Teilen verarbeitet hat.

Dabei herausgekommen sind locker geschnittene Kleider, Patchwork-Sakko, Hose und Rock, und figurbetonende Strickoberteile. Neben grafischen Mustern enthält die Kollektion auch solche, die an traditionelle Keramik aus Siebenbürgen erinnern. Als Accessoires zu den neuen Teilen schlägt der Designer seine Initialen als Broschen, Ohrringe oder Ketten vor – sowie Plateau-Clogs und Schlapphüte. Den Abschluss der Show machte das österreichische Topmodel der 80er- und 90er-Jahre, Cordula Reyer.

Foto: apa/afp/medina

Prada

In der Mode gebe es zu viel von allem, sie wolle wieder zum Essenziellen zurückkehren, kommentiert Miuccia Prada ihre neue Kollektion.

Sie zeigte eher schmal geschnittene Blazer mit aufgesetzten Taschen in Braun, Blau und Grau. Aus ungefärbtem Mull wurden luftige Kleider und aus Lederrohlingen Schlapphüte sowie Tops. Die Kollektion wurde in der Fondazione Prada gezeigt, Boden und Sitzbänke waren komplett in bunten Pastelltönen und gedeckten Farben gefliest. Unter den vielen Gästen: Schauspielerin Nicole Kidman.

Foto: Reuters/Garofalo

Fendi

Die Fendi-Show war mit Spannung erwartet worden, schließlich ist es Silvia Venturini-Fendis erste Kollektion, seitdem sie nach Karl Lagerfelds Tod dessen Agenden übernommen hat und neben Accessoires und Herrenmode nun auch die Frauenkollektionen verantwortet. Für Frühling/Sommer 2020 schlägt sie eine modische Reise in die 60er-Jahre vor.

Sie zeigte rosa Steppmäntel und -Miniröcke, einen bodenlangen Wildledermantel, Regenjacken in floralen Retro-Prints. Weiters gab es viel Karo zu sehen: in Form von Blusen, Hosen, Röcken und Pelzmänteln. Frische in die erdig-warmen Tönen der Kollektion bringen sattes bis grelles Grün, transparente Elemente und Lochstrickteile. Im Publikum saß Schauspielerin Katie Holmes, auf dem Laufsteg waren wieder Gigi Hadid und Kaia Gerber zu sehen.

Foto: Reuters/Garofalo/APA/AFP/Bertorello

Emporio Armani

Im ersten Teil der Show von Emporio Armani gab es Day-Looks zu sehen: Teile in lockerem Schnitt, mit viel Transparenz, Schimmer und Hippieanleihen. Die Farbpalette reicht von Silber über Grün und Blau bis hin zu Altrosa. Die weiblichen Models trugen Schlaufenohrringe, Minitäschchen und glitzernde Overkneestiefel, die männlichen Bulky Sneakers, weite Hosen, transparente Polos oder gar kein Oberteil sowie große Rucksäcke.

Bei den Stücken für den Abend gab es mehr Glitzer, mehr Klimbim – aber flache Schuhe für die Damen.

Foto: apa/afp/tiziana fabi/ap/calanni

Max Mara

In dem Sichtbetonbau der Bocconi-Universität wurde am Donnerstagmorgen die Frühling/Sommer-Kollektion von Max Mara gezeigt. Inspiration für diese sind die wenigen weiblichen Spionfiguren im Film. Tatsächlich spürt man einen gewissen Hauch von Uniform und Funktionskleidung bei einem Großteil der Stücke.

Gezeigt wurden etwa schmal geschnittene Anzüge mit aufgesetzten Taschenelementen – alles Ton in Ton (kennt man von Virgil Abloh für Louis Vuitton), Blazer mit Gilets darüber, Militärkappen oder auch Neckholdertops. Die Kollektion umfasst luftige Kleider mit verspielten Details und auch einen Hijab. Die Farbpalette reicht von Grau, Blau und Cognac bis zu Pastell. Gigi Hadid, Kaia Gerber und ihre Modelkolleginnen trugen eingeflochtene Zöpfe und sehr dunklen Lippenstift.

Foto: apa/afp/bertorello/ap/bruno

Jil Sander

Mystische Musik, akkurat zu unterschiedlich großen Haufen gekehrte Kieselsteine und die beleuchteten Laubengänge des Palazzo di Brera waren die Kulisse für die Ji-Sander-Show am Mittwochabend. Den Anfang machten Teile, die ganz dem raffinierten Minimalismus, für den das Label steht, entsprechen.

Im Laufe der Präsentation wurden die geradlinigen Schnitte ergänzt durch Bastapplikationen und Ornamente, die an Tortenspitze erinnern, sowie glitzernde Schwalbenstickereien und einen Schwarz-Weiß-Print, der eine Frau und einen Schwan zeigt, die sich im Wasser treiben lassen. Inspiration für das Motiv sind die Sternzeichen des Jil-Sander-Designerduos und Ehepaars Meier: Jungfrau und Fische.

Foto: apa/afp/medina/ap/calanni

Moschino

Ein riesiger goldener Rahmen mit opulenten Details auf einem Podest war das Zentrum der Moschino-Show am Donnerstagabend. Thema der Show von Designer Jeremy Scott: Spanien. Zu sehen gab es Interpretationen der typischen Torrerokleidung samt Hut oder der traditionellen spanischen Witwenkluft, Flamencokleider und Picasso-Referenzen.

So erschloss sich auch der große Rahmen auf dem Laufsteg. Ein Model steckte in einem Rahmen mit kubistischer Zeichnung, ein anderes trug eine kubistische Hand als Accessoire. Picassos Werke rund um die Gitarre fanden sich in mehreren Stücken wieder. Neben den Dauergästen auf dem Laufsteg, Kaia Gerber und Gigi Hadid, waren auch deren Schwester Bella sowie Irina Shayk zu sehen. (Michael Steingruber, 20.9.2019)

Weiterlesen:

London Fashion Week: Rüschen, Krägen und Proteste
Die Highlights der New York Fashion Week

Foto: ap/bruno