Durch einen Angriff am 14. September waren saudiarabische Öl-Anlagen schwer beschädigt worden.

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US-Verteidigungsminister Mark Esper (auf dem Bild mit Saudi-Arabiens Vize-Verteidigungsminister Khalid bin Salman im August), kündigte an, dass die USA zusätzliche Einheiten in die Golfregion schicken werden.

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Washington – Nach dem Angriff auf saudiarabische Öl-Anlagen haben die USA die Verlegung von Truppen in das Königreich angekündigt. Der Schritt gehe auf eine Bitte der Regierung in Riad zurück, erklärte US-Verteidigungsminister Mark Esper am Freitag. Präsident Donald Trump habe einem defensiv ausgerichteten Einsatz zugestimmt, um insbesondere die Flugabwehr zu stärken. Zudem würden Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien und an die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) beschleunigt, damit beide Staaten ihre Verteidigungsmaßnahmen verbessern könnten.

Wie viele US-Soldaten genau verlegt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt. US-Generalstabschef Joe Dunford sagte, es handle sich um eine "moderate" Verstärkung, bei der es nicht um tausende Soldaten gehe. Die genaue Zahl der zusätzlichen Soldaten nannte er nicht, auch machte er keine Angaben zu deren Bewaffnung.

Angriff auf Aramco-Anlagen

Bei einem Angriff am 14. September waren saudiarabische Öl-Anlagen beschädigt worden, was weltweit die Öl-Preise bewegt hatte. Der Ölkonzern Aramco gab am Samstag bekannt, damit zu rechnen, dass die Ölproduktion bis Ende September wieder auf dem gleichen Niveau wie vor den Drohenangriffen ist.

Die Huthi-Rebellen im Jemen erklärten, sie hätten die Attacken mit eigenen Drohnen ausgeführt. Die USA und Saudi-Arabien machen dagegen den Iran verantwortlich, dem Erzrivalen des Königreiches. Der saudische Außenminister Adel al-Jubeir sagte am Samstag das Königreich werde "die notwendigen Schritte setzen", wenn sich nach einer Untersuchung herausstellen sollte, dass der Iran für den Angriff verantwortlich ist. Die Regierung in Teheran hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Saudi-Arabien und die VAE gehören zu einer Allianz, die im Jemen-Krieg gegen die Huthis kämpft. Diese wiederum werden vom Iran unterstützt.

Forderungen an den Iran

Esper erklärte, Präsident Trump habe deutlich gemacht, dass die USA keinen Krieg mit dem Iran wollten. Gleichzeitig sagte der Minister: "Uns stehen andere militärische Optionen zur Verfügung, sollten sie nötig sein." Esper forderte den Iran auf, seine "zerstörerischen und destabilisierenden Aktivitäten" zu unterbinden und einen "friedlichen und diplomatischen Weg" weiterzugehen. "Tatsache ist, dass die Saudis sowohl mit Drohnen als auch mit Marschflugkörpern angegriffen wurden" und dass sie weiterhin gefährdet seien.

Trump hatte am Freitag neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt, unter anderem wurden Strafmaßnahmen gegen die iranische Zentralbank und Staatsfonds wegen angeblicher Finanzierung terroristischer Aktivitäten verhängt. Gleichzeitig drohte Trump, er könne jederzeit "innerhalb von einer Minute" einen Militärschlag beispielsweise gegen 15 wichtige Ziele im Iran anordnen. Er wolle das aber möglichst vermeiden.

Der Iran reagierte mit der Androhung von Gegenangriffen. "Wer auch immer möchte, dass sein Land zum Hauptschlachtfeld wird, nur zu", kündigte Hossein Salami, Chef der iranischen Revolutionsgarden, am Samstag an. Man werde jeden Aggressor "komplett zerstören". Seine Einheiten würden einen Krieg auf iranischem Territorium "niemals zulassen", so Salami weiter. Er hoffe, dass die USA keinen "strategischen Fehler" machten (Reuters, APA, red, 21.9.2019)