Bewaffnete Huthi-Anhänger während einer Kundgebung am Samstag anlässlich des fünften Jahrestags der Einnahme der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

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New York/Sanaa/Teheran – Die Uno hat die Ankündigung der Huthi-Rebellen im Jemen begrüßt, alle Angriffe auf Saudi-Arabien zu stoppen. Eine Umsetzung der Huthi-Initiative könne eine "kraftvolle Botschaft des Willens" sein, "diesen Krieg zu beenden", erklärte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, am Samstag.

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen hatten am Freitag verkündet, die Angriffe auf Saudi-Arabien einzustellen. Der Präsident des obersten politischen Rates der Rebellen, Mahdi al-Mashat, teilte mit, er hoffe, dass auf "diese Geste als Antwort eine noch größere Geste" Saudi-Arabiens folge.

Saudi-Arabien erwartet Taten

Saudi-Arabien reagierte mit Zurückhaltung auf die Ankündigung der Huthi-Rebellen. Außenminister Adel al-Jubeir erklärte am Samstag in Riad, seine Regierung beurteile andere Parteien "auf der Basis ihrer Taten und Handlungen, nicht auf der Basis ihrer Worte". Man werde sehen, ob sich die Houthi-Rebellen an ihre Ankündigung hielten, erklärte Jubeir weiter.

Die Huthi-Ankündigung war erfolgt, nachdem die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Stellungen der vom Iran unterstützten Rebellen im Jemen angegriffen hatte. Es waren die ersten Luftangriffe seit den Drohnenattacken auf Ölanlagen in Saudi-Arabien vor einer Woche, zu denen sich die Huthi-Rebellen bekannt hatten. Die USA und Saudi-Arabien machten dagegen den Iran für die Angriffe verantwortlich. Teheran wies jede Verantwortung zurück.

Iran kritisiert Aufstockung von US-Truppen

Indes hat der Iran die Ankündigung der USA kritisiert, ihre Streitkräfte in der Region zu verstärken. Die Präsenz ausländischer Truppen am Golf erhöht nach den Worten des iranischen Präsidenten Hassan Rohani die "Unsicherheit" in der Region. "Ausländische Truppen können Probleme und Unsicherheit für unser Volk und unsere Region verursachen", sagte Rohani am Sonntag in einer Fernsehansprache anlässlich einer jährlichen Militärparade, die am 22. September den Jahrestag des Krieges gegen den Irak würdigt.

Mit großen Militärparaden hat der Iran den "Tag der heiligen Verteidigung", den 39. Jahrestag des Krieges gegen den Irak, gefeiert.
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Sein Land werde den Vereinten Nationen in den kommenden Tagen einen Kooperationsplan vorlegen, mit dem die Sicherheit am Persischen Golf gewährleistet werden solle. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Mark Esper vom Freitag werden die Einheiten "defensiver Natur und vorrangig auf die Luft- und Raketenabwehr konzentriert" sein. Die Truppen würden auf Bitten Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, um weitere Eskalationen in der Region zu verhindern. Der Chef der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami, warnte die USA daraufhin vor einem Angriff auf den Iran und drohte mit massiver Vergeltung. (APA, 22.9.2019)