Bratislava – Bis zu 50.000 Menschen haben am Sonntag in der slowakischen Hauptstadt Bratislava für eine Verschärfung der Abtreibungsgesetze protestiert. Derzeit hat das mehrheitlich katholische Land eine relativ liberale Rechtslage: In den ersten drei Monaten nach der Empfängnis ist ein Schwangerschaftsabbruch legal, aus medizinischen Gründen kann die Frist bis zu sechs Monate betragen.

Laut einer Umfrage sind in dem mehrheitlich katholischen Land 56 Prozent gegen eine Verschärfung der Abtreibungsgesetze.
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Die von der katholischen Kirche unterstützten Demonstranten fordern dagegen ein völliges Verbot von Abtreibungen, selbst bei schweren Erkrankungen des Ungeborenen oder wenn die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist.

Zahl der Abtreibungen fast halbiert

Im Oktober soll im Parlament über das Thema debattiert werden. In dem Land mit 5,4 Millionen Einwohnern hat sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche innerhalb eines Jahrzehnts von 11.000 auf 6.000 fast halbiert. Eine Umfrage im September ergab, dass 56 Prozent der Bevölkerung gegen eine Gesetzesverschärfung sind. (Reuters, red, 22.9.2019)