Versace

19 Jahre ist es her, dass Jennifer Lopez ein bis zum Bauchnabel dekolletiertes Versace-Kleid mit Pflanzenprint zur Grammy-Verleihung 2000 trug. Nach dem "Jungle Dress" wurde online so oft gesucht, dass Google die Bildsuche einführte.

Für die Frühling/Sommer-Kollektion 2020 zeigte Donatella Versace Stücke, inspiriert von dem legendären Kleid. Pailletten, florale Applikationen, viel Glitzer, grelles Grün und sattes Pink waren da zu sehen. Außerdem auch transparente Regenmäntel, Trenchcoats mit türkisem Ombre-Effekt und T-Shirts sowie Hoodies mit Gianni Versaces Unterschrift beziehungsweise der Versace-Medusa darauf. Auch Blazer mit breiten Schultern, Korsagen und kurze Röcke in Schwarz mit goldenen Akzenten wurden gezeigt.

Foto: Reuters/Garofalo

Nach der Show wurde auf Videoscreens an den Wänden des kreisrunden Raums (der Pantheon in Rom wurde nachgebaut, im Zentrum stand eine riesige goldene Palme) die Google-Suchmaske projiziert. Man hörte Donatellas Stimme, die die Verbindung zwischen der Google-Bildsuche und ihrem Dschungelkleid thematisierte und schließlich sagte: "Dear Google, now show me the real jungle dress." Es folgte tosender Beifall der Gäste, als plötzlich Jennifer Lopez in einer Neuinterpretation des ikonischen Kleides über den Catwalk lief und noch eine Ehrenrunde gemeinsam mit Donatella Versace drehte.

Foto: Reuters/garofalo

Tod's

Am Freitagmorgen wurde im Padiglione D'Arte Contemporanea die Frühlings/Sommer-Kollektion von Tod's gezeigt. Die Marke ist vor allem für Schuhe und Taschen bekannt. Letztere gab es vor allem als Miniversionen zu sehen. Mehrere dieser Täschchen baumelten am Schlüsselring einer Lederschlaufe, welche die Models ums Handgelenk gewickelt hatten. Bei den Schuhen dominierten Sandalen mit breitem Querriemen und schmale Loafers in glänzendem Gold und Silber. Bei der Oberbekleidung wurde durch spiralförmige Einschnitte ins Leder ein Pailletteneffekt erzeugt.

Foto: apa/afp/fabi

Etro

Die für Etro typischen verspielten Muster schmückten drei Heißluftballone im Innenhof des Conservatorio di Musica Giuseppe Verdi, wo am Freitag die Frühling/Sommer-Kollektion des italienischen Labels gezeigt wurde. Wenig überraschend, gab es die Muster auch auf den Models zu sehen. Die neuen Stücke entsprachen der Bohemian-Ethno-Ästhetik. Gezeigt wurden lange, fließende Kleider, Röcke und Overalls aus transparentem Material, Leinenblusen, wenig taillierte Blazer, Gilets mit Fransen und Poncho-artige Jacken. Gestylt wurden die Teile mit Kopftüchern, Sixties-Brillen und Ethno-Schmuck. Am Schluss der Show wurden nicht nochmal alle Looks gezeigt, sondern ein neu aufgelegtes Hemd von Gimmo Etro aus den 60ern in vielen Variationen – zu dem Lied "Yes Sir, I Can Boogie" von Baccara.

Foto: Etro

Marni

Grillenzirpen, zwischen Grün und Blau changierende Lichtstimmung und zu Bäumen stilisierte Säulen – in diesem Setting zeigte Francesco Risso seine Kollektion für Marni, die ganz im Zeichen des Umweltschutzes steht. Upcycling-Stoffe, Biobaumwolle – oft bemalt mit extrentrisch-bunt floralen Mustern – wurden zu Oberteilen, Röcken und Kleidern in voluminösen Silhouetten verarbeitet. Kleider aus Netzen mit eingehäkelten Blumenmotiven waren hingegen eher figurbetont. Die Models auf dem Laufsteg trugen Flipflops, teils mit Absätzen, riesige Shopper und weiß zugekleisterte Haare.

Foto: Marni

Ferragamo

Bei sanftem Sonnenlicht und frischer Morgenluft zeigte Paul Andrew die neue Salvatore-Ferragamo-Kollektion im barocken Gebäude der Rotonda della Besana. Zu sehen gab es viel Leder: Hüfthosen, Blusen, Hoodies, weite Mäntel, kurze Rücke und Socken. Aber auch luftigere Stoffe wurden verwendet. Besondere Leichtigkeit vermittelte ein Entwurf, der sich als Mischung aus Windbreaker und Kleid beschreiben lässt und in einem transparentem Yves-Klein-Blau gezeigt wurde. Sonst gab es Weiß, Grün, Cognac, Gelb, Rosa sowie Prints mit Blumen- und Statuen-Prints zu sehen.

Foto: Reuters/Garofalo/APA/AFP/Medina/ap/calanni

MSGM

Das Mailänder Label feierte sein zehnjähriges Bestehen mit einer Jubiläumskollektion, die am Samstag im Triennale Design Museum präsentiert wurde. Zu sehen gab es, ganz der DNA der Marke entsprechend, viel Farbe: sanftes Pastell, gedeckte Töne und leuchtendes Neon. Die Ästhetik der Kollektion lässt sich als klassisch weiblich beschreiben. Gezeigt wurden Mäntel, Hosenanzüge und Kleider mit großen Schleifen und Rüschen, transparente Stoffe, Strickteile und Fransen.

Foto: apa/afp/bertorello

Giorgio Armani

Der kleine Innenhof des Armani-Hauptsitzes in der Via Borgonuovo 11 fasst nur wenige Personen. Damit die neue Kollektion von Giorgio Armani mehr als nur eine Handvoll Menschen sehen konnte, fand die Show im familiären Setting zweimal hintereinander statt. Die Frühling/Sommer-Kollektion dominieren Metallic-Töne von Blau bis Rosa sowie Schwarzbraun, verarbeitet zu dramatischen Abendroben inklusive Tüllboa, Bundfaltenhosen, Blazern und verspielten Oberteilen. Zu den Outfits kombiniert wurden auffällige Accessoires. Lange Ohrringe, große Ketten oder breite Gürtel.

Foto: apa/afp/medina

Dolce und Gabbana

Wie bei Versace war auch das Setting bei der Show von Dolce und Gabbana einem Dschungel nachempfunden. Der beleuchteten Laufsteg war im Leomuster gestaltet. Den Anfang der Show machten von Safari-Kleidung inspirierte Outfits in Beige. Danach wurde es aber bunt. Prints, inspiriert von Flora und Fauna in gedeckten Grüntönen, durchbrochen von kräftigen Farben und glitzernden Applikationen wurden zu wallenden Kleidern und eng geschnittenen Röcken verarbeitetet. Als Gegenpol zu all der Farbe wurden figurbetonte Outfits in Schwarz gezeigt. Durch das Styling erhielt die Kollektion einen gewissen Retro-Touch – Carmen Miranda lässt grüßen. (Michael Steingruber, 23.9.2019)

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Foto: Apa/afp/medina/Reuters/Garofalo