Das harte Leben auf dem Land wollte sich eine Familie aus Feijichangjiao durch kostenlose Wohnungen erleichtern. Ihr Plan, 23-mal innerhalb der Familie zu heiraten und die dafür geplanten Sozialleistungen zu kassieren, schlug aber fehl.

Foto: Reuters / Aly Song

Peking – Einen kreativen, aber aufwendigen Weg, um an Förderungen des chinesischen Staates zu kommen, hat eine elfköpfige Familie im Dorf Feijichangjiao gefunden: Ihre Mitglieder haben immer wieder untereinander geheiratet – und zwar insgesamt 23-mal. später wurden sie allerdings entdeckt – und mittlerweile haben die Überführten den Behörden über ihr "Bedauern" geäußert. Sie gaben zu, aus "Profitgier" gehandelt zu haben, wie die staatliche Zeitung "Global Times" unter Berufung auf die Polizei berichtete.

Die Beschuldigten wollten auf diese Weise kostenlose Wohnungen in dem Dorf erschleichen, mit denen die Behörden Bewohner für anstehende Enteignungen im Rahmen eines Bauprojekts entschädigen wollte. Demnach konnten alle Anspruch auf eine der 40 Quadratmeter großen Wohnungen anmelden, die beim Standesamt als Einwohner gemeldet waren.

Schwester und Schwägerin geheiratet

Daraufhin kam ein "Herr Pan", wie er von den Ermittlern genannt wurde, auf die Idee, seine Ex-Frau Shi acht Jahre nach ihrer Scheidung erneut zu heiraten, weil sie über die erforderliche Meldebescheinigung verfügte. Kurz darauf ließ sich das Paar erneut scheiden.

Als frischgebackener Dorfbewohner "heiratete" und "trennte" sich Pan anschließend binnen 15 Tagen von seiner Schwägerin sowie deren Schwester – seine Ex-Frau verfuhr auf ähnliche Weise mit einem weiteren Ex-Mann. Insgesamt kamen elf Familienangehörige zumindest auf dem Papier auf insgesamt 23 Hochzeiten und Scheidungen, wie die "Global Times" berichtete. (APA, 25.9.2019)