Wien – Der Eintritt führt über eine ausgehöhlte Rotzglocke, dann steht man mitten in der Nase. Dort wartet eine kleine Produktionsstätte für Selfmade-Schleim, den man anschließend über eine Hinderniswand Richtung Boden flutschen lassen kann. Das symbolisiert den Weg des Nasenschleims, wie er Bakterien abtransportiert.

Es ist nicht nur die Nase, die in der neuen Mitmachausstellung des Wiener Kindermuseums Zoom im Zentrum steht: Der Körper mit all seinen Facetten soll den jungen Besuchern zwischen sechs und zwölf Jahren auf spielerische Art näher gebracht werden. "Der Körper ist für Kinder in dem Alter extrem wichtig", sagt Leiterin Elisabeth Menasse bei einer Presseführung. "Kinder wollen alles wissen."

Im Schlafbereich wird höchstens geflüstert. Der Entspannungslevel ist hoch.
Foto: Zoom Kindermuseum / J.J. Kucek

Viele Fragen können im Rahmen der Ausstellung jedenfalls beantwortet werden: Woraus besteht der Körper? Welche Organe gibt es? Was ist Blut? Der Körper wird als "Wunderwerk" dargestellt, das es zu entdecken gilt. Der bewusst positive Zugang ist absichtlich gewählt: "Es ist wichtig, dass Kinder ein positives Körpergefühl entwickeln", sagt Menasse. Nicht zuletzt wolle man sozialen Unterschieden entgegenwirken, was den Umgang mit und das Wissen über den eigenen Körper betrifft.

Verdauung und Körpertheater

Nicht nur bei der Nasenstation lässt sich der Körper von innen erfahren: Über den Mund betritt man die Speiseröhre, über die man rutschend weiter ins Innere vordringt. Im Magen ist Platz zum Springen und Herumtoben, bevor es weiter Richtung Darm geht. Schließlich geht es durch eine Öffnung wieder nach draußen – wo man auf braunen Plüsch-Exkrementen landet.

Bei der Herzdruckpumpe wird selbst Hand angelegt.
Foto: Zoom Kindermuseum / J.J. Kucek

Zum Schluss warten auf die Besucher ein Schlafraum und eine kleine Bühne ("Körpertheater"), auf der Gefühle zum Ausdruck gebracht werden sollen.

Die Mitmachausstellungen des Zoom werden immer beliebter: So konnte das Museum laut Menasse vergangenen Sommer einen enormen Besucheranstieg verzeichnen. Zuletzt behandelte man die Themen Ökologie sowie Flucht und Migration. (Vanessa Gaigg, 25.9.2019)