Berlin – Wegen Totschlags durch Unterlassen hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg fünf einstige Vorgesetzte des deutschen Patientenmörders Niels H. angeklagt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Die Führungskräfte im Oldenburger Klinikum sollen dem Krankenpfleger ein gutes Zeugnis ausgestellt haben, obwohl es eindeutige Hinweise auf seine Taten gegeben habe.

Der 42-jährige Niels H. wurde im Juni nicht rechtskräftig wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
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H. war Anfang Juni vom Landgericht Oldenburg wegen Mordes in 85 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In 15 Fällen wurde der 42-Jährige aus Mangel an Beweisen freigesprochen. In einer bundesweit einmaligen Mordserie zwischen 2000 und 2005 hatte er Patienten auf Intensivstationen in Oldenburg und Delmenhorst umgebracht. Zunächst hatte die "Nordwest-Zeitung" über die Anklage gegen die früheren Kollegen von H. berichtet.

Der Patientenmörder hält an der Revision gegen das Urteil aus dem Juni fest. Solange die Revision läuft, ist das Urteil gegen ihn nicht rechtskräftig, und er kann auch nicht als Zeuge in anderen Prozessen zu seinem Fall aussagen. (APA, 26.9.2019)