Das provozierte Missverständnis stellt eine beliebte Taktik in manchen Unternehmen dar, sich in die Schlagzeilen zu bringen oder auch bloß, um von Problemen abzulenken. Gleichzeitig können Medien aller Art damit den Grad der Aufmerksamkeit drastisch steigern, weil es sich bei irreführenden Meldungen oft auch um unerwartete Meldungen handelt. Das Ende des Verbrennungsmotors und der Beginn der Elektromobilität sind ein besonders ertragreiches Feld für das Spiel mit Aussagen und Missverständnissen. Wenn zum Beispiel das führende deutsche Automagazin Auto Motor und Sport vom Entwicklungsstopp bei Verbrennungsmotoren bei Daimler berichtet, wird dies im Handumdrehen als Ende des Verbrennungsmotors interpretiert.

Es geht los, mit der E-Mobilität, aber auch mit den gezielt ausgesandten Missverständnissen.
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Was wirklich dahintersteckt: Man beabsichtigt, in den nächsten Jahren keine neuen Verbrennungsmotoren zu entwerfen. Das deutet zwar vage auf ein Ende des Verbrennungsmotors hin, wer sich aber auskennt, weiß, dass die bestehenden Baumuster bis zu ihrem letzten Tag weiterentwickelt werden müssen, allein um die schärfer werdenden Abgasbestimmungen der kommenden Jahre zu erfüllen.

Elektrifizierung

Das am häufigsten und am öftesten mit Verdacht auf Absicht ventilierte Missverständnis ist die Aussage: "80 Prozent elektrifizierte Modelle bis zum Tag X". Bei flüchtiger Betrachtung kann man meinen, es handle sich um Elektroautos, dabei sind unter "elektrifizierte Modelle" vor allem Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Autos gemeint. Es zahlt sich also aus, überraschende Meldungen aufmerksam zu lesen, bevor man sie weiterreicht. (Rudolf Skarics, 3.10.2019)