Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan präsentierte kürzlich seine Pläne für eine Schutzzone.

Foto: Reuters/Turkish Presidency

Istanbul – Die Türkei plant einem Medienbericht zufolge einen Milliarden-Etat für die Unterbringung von Flüchtlingen im Nordosten Syriens ein. Die Kosten für das Bauprojekt beliefen sich auf 151 Milliarden Lira (mehr als 24,5 Milliarden Euro), berichtete der Sender TRT Haber am Freitag.

In insgesamt 200.000 Wohneinheiten sollten eine Million der über drei Millionen in der Türkei lebenden syrischen Flüchtlinge angesiedelt werden. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Anfang der Woche bei der UN-Vollversammlung die Pläne für eine sogenannte Schutzzone vorgestellt – einen 32 Kilometer breiten Streifen, der sich in Syrien über 400 Kilometer entlang der Grenze zur Türkei erstreckt.

Erdogan will Hilfe von Europa und USA

Es blieb zunächst unklar, ob für das Projekt Geld aus dem Ausland zur Verfügung gestellt wird. Die Europäische Union hat der Regierung in Ankara Hilfen für die Unterbringung von Flüchtlingen in der Türkei in Höhe von sechs Milliarden Euro versprochen. Der größte Teil dieser Summe ist nach EU-Angaben bereits ausgezahlt worden. Erdogan hat jedoch erklärt, Deutschland und Frankreich seien säumig und müssten zudem zusätzliche Hilfen für das Projekt im Norden Syriens zahlen.

Die Türkei plant die Ansiedlung der Flüchtlinge zusammen mit den USA. Doch zwischen den Nato-Partnern gibt es bei ihrer "Schutzzone" auch Differenzen. So streiten beide Staaten über den Umgang mit der in der Region ansässigen kurdischen Miliz YPG. Während es sich dabei aus Sicht Erdogans um Terroristen handelt, sind die kurdischen Kämpfer die wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat in Syrien. (APA, Reuters, 27.9.2019)