Die deutsche NGO Sea-Eye hat ihr Rettungsboot nach dem ertrunkenen syrischen Flüchtlingskind Alan Kurdi benannt.

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Rom – Der Vater des ertrunkenen syrischen Flüchtlingskindes Alan Kurdi, dessen Bild zum Symbol der Flüchtlingskrise wurde, will sich einer deutschen Seenotrettungsmission im Mittelmeer anschließen. Er wolle mit der nach seinem Sohn benannten Schiff Alan Kurdi der Hilfsorganisation Sea-Eye in See stechen, sagte Abdullah Kurdi am Sonntag der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Er freue sich über das Schiff, sagte Kurdi, der nach dem Bootsunglück vor vier Jahren wieder geheiratet hat und nun mit seiner neuen Frau ein weiteres Kind erwartet. "Sobald mein Sohn geboren ist, werde ich auf das Schiff gehen, um Migranten zu retten. Ich will ihnen die Hilfe geben, die ich nicht bekommen habe", sagte er dem Blatt.

Schiff wartet in Spanien

Kurdi hatte 2015 mit seiner Familie versucht, von der Türkei aus mit einem Schlauchboot die griechische Insel Kos zu erreichen. Das Boot kenterte. Kurdis Frau und ihre zwei kleinen Kinder ertranken. Zum Zeitpunkt seines Todes war Alan Kurdi knapp drei Jahre alt. Das Foto des toten Buben im roten T-Shirt bäuchlings am Strand liegend ging damals um die Welt.

Das Schiff Alan Kurdi hatte ihre Rettungsmission vor Malta am 10. September beendet. Derzeit liegt das Schiff im Hafen von Burriana in Spanien. Die Hilfsorganisation will ihre Mission am 12. Oktober fortsetzen, wartet aber noch auf die nötigen finanziellen Mittel. Abdullah Kurdi lebt inzwischen nach eigenen Angaben in Erbil im kurdischen Teil Iraks und leitet dort eine Hilfsorgansiation für Kinder in Flüchtlingslagern.

Statue für Flüchtlinge am Petersplatz

Auf dem Petersplatz in Rom weihte der Papst am Sonntag im Zuge von Feierlichkeiten anlässlich des Welttags der Migranten eine Statue zu Ehren der Flüchtlinge ein. Die Bronzeskulptur des kanadischen Künstlers Timothy Schmalz zeigt eine Gruppe von Migranten aus verschiedenen Kulturen und historischen Perioden. "Ich wollte diese Skulptur auf dem Petersplatz sehen, damit sie uns an die evangelische Herausforderung der Aufnahme erinnert", so der Papst.

Der Papst betonte, dass die Privilegien von wenigen Reichen die Ausgrenzung einer zunehmenden Zahl von Menschen verursache.
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180 Migranten sind an diesem Wochenende auf Lampedusa eingetroffen. Sieben Boote mit jeweils circa 25 Migranten an Bord erreichten die Insel oder sie wurden von der italienischen Küstenwache unweit von Lampedusa lokalisiert.

Wegen der besseren Wetterlage wächst die Zahl der Ankünfte auf Lampedusa. Kleinere Boote werden laut der italienischen Polizei von größeren Schiffen wenige Seemeilen von der Insel entfernt ins Wasser gelassen. (APA, 29.9.2019)