DER STANDARD

Wer hat Sebastian Kurz und der ÖVP zum triumphalen Wahlerfolg verholfen? Das waren vor allem ältere Frauen – und die wählten das Thema soziale Sicherheit. So gesehen haben sich überraschende Wahlzuckerln wie die vor kurzem beschlossene Pensionserhöhung ausgezahlt – "zumindest für Kurz und Pensionisten, freilich nicht für die Jungen", analysiert Kommunikationsberaterin Christina Aumayr-Hajek im STANDARD-Gespräch.

Der Spitzenkandidat Sebastian Kurz war für ÖVP-Wähler ein starkes Wahlmotiv, ebenso Beate Meinl-Reisinger als Spitzenkandidatin für Neos-Wähler. Pamela Rendi-Wagner konnte dagegen bei SPÖ-Wählern kaum punkten, und auch bei den Grünen war Werner Kogler als Person kein Wahlmotiv. Die Grünen punkteten an den Urnen mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz, sie sprachen vor allem junge und gebildete Wählerinnen und Wähler an.

Die FPÖ konnte, über ihre Stammwählerschaft hinaus, kaum punkten – obwohl Norbert Hofer als Person gute Sympathiewerte hat. Aumayr-Hajek erklärt den kurzfristigen Absturz der Freiheitlichen so: "Vielleicht waren es in Summe zu viele Skandale."

Ihre überraschende Prognose zu den Koalitionsverhandlungen: Mit Türkis-Grün werde es wohl nichts, zu weit lägen beide Parteien inhaltlich auseinander. Die Kommunikationsexpertin glaubt, dass es eine türkise Minderheitsregierung geben wird. (Petra Stuiber, 29.9.2019)