Ein Känguru auf dem Sprung in New South Wales.

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Der Shell Beach an der westaustralischen Shark Bay.

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Devils Marbles im australischen Outback.

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Die Skyline von Sydney.

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Pinnacles Desert in Westaustralien.

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Sabine Berglez

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Laura Fritsch

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Keine Lust auf die kommende kalte Jahreszeit? Wer Handschuhe, Wollpulli und eisigen Wind lieber gegen Flipflops, Sonnenschein und kühles Bier tauschen möchte, ist in den nächsten Monaten am besten unter dem Kreuz des Südens aufgehoben. Von den besten Reiserouten bis hin zu kuscheligen Koala-Babys – die Reise-Expertinnen Sabine Berglez und Laura Fritsch erklären, warum es sich gerade jetzt lohnt, nach Australien zu fliegen.

STANDARD: Warum ist der europäische Herbst und Winter so eine gute Zeit für eine Reise auf den Fünften Kontinent?

Berglez: Wenn es bei uns also ungemütlich wird, ist auf der Südhalbkugel Frühling. Das gilt insbesondere für den südlichen Teil des Kontinents: In Tasmanien, Südaustralien und New South Wales steigen die Temperaturen nach dem Südwinter, jetzt wird es dort richtig schön.

Fritsch: Während bei uns die Blätter langsam fallen und die Temperaturen sinken, blüht in Australien alles auf. Somit kann man dem europäischen Winter toll entfliehen.

STANDARD: Welchen Geheimtipp können Sie Reisenden mit auf den Weg geben?

Fritsch: Da die Ostküste schon sehr touristisch geworden ist, sind die Preise in der High Season natürlich höher und die Warteschlange meist länger. Wer das noch unberührte Australien kennenlernen will, plant seine Route in Western und South Australia und besucht die zu Australien gehörende Insel Tasmanien.

Berglez: Naturerlebnisse stehen bei vielen Urlaubern ganz oben auf der Liste. Da hat Australien natürlich eine unglaubliche Vielfalt zu bieten. Mittlerweile stehen Nachhaltigkeit, Natur- und Artenschutz dabei im Mittelpunkt. So ist das obligatorische Erinnerungsfoto mit einem Koala im Arm, wie es in australischen Zoos gelegentlich angeboten wird, aus der Mode gekommen. Stattdessen geht man mit ortskundigen Rangern in die Natur, um die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, ohne sie zu stören (zum Beispiel mit Echidna Walkabout Nature Tours in Melbourne oder im Hanson Bay Wildlife Sanctuary auf Kangaroo Island). Frühling und Frühsommer der Südhalbkugel sind dafür die ideale Zeit, da man dann mit Glück Koala-Babys sieht. Etwas Entzückenderes gibt es kaum.

STANDARD: Wo würden Sie Ihre Australien-Reise beginnen? Im heißen Norden oder eher im kühleren Süden?

Berglez: Wer eine Rundreise mit den wichtigsten Highlights plant, sollte überlegen, im Herzen Australiens zu starten: dem Northern Territory. In Darwin, der nördlichsten Großstadt Australiens, ist von Oktober bis April Regenzeit; wenn man nicht bereits im frühen Herbst reist, sollte man gleich im Zentrum beginnen. In der Region um den ikonischen Uluru gibt es nämlich keine echte Regenzeit, allerdings ist es im Dezember am heißesten. Die Monate Oktober und November zählen hingegen zu den besten in Alice Springs und zu den angenehmen am Uluru. Südlich von Perth (Westaustralien), von Adelaide und von Sydney herrscht gemäßigtes Klima. Vom Zentrum aus könnte es also entweder nach Südaustralien mit seinen herrlichen Weingütern und einmaligen Landschaften wie der Bergkette Flinders Ranges weitergehen – oder nach New South Wales mit Sydney, wo Reisende außer der faszinierenden Metropole auch der Frühling erwartet. September und Oktober sind hier gute, November und Dezember ideale Reisemonate. Wen es anschließend nach tropischen Temperaturen verlangt, der reist von hier aus nach Queensland, zum Great Barrier Reef und bis nach Cairns hinauf. Dort beginnt die Regenzeit im Dezember zunächst noch mit längeren Trockenperioden, sodass man hier am besten noch vor dem Jahreswechsel Station macht (rechtzeitig buchen, da die Australier jetzt Sommerferien haben). Auch die mittleren und südlichen Inseln des Great Barrier Reef sind jetzt gut zu bereisen. Oder man entscheidet sich für die magische Insel unter Down Under: Tasmanien. Hier ist der Frühling ab Oktober auf dem Vormarsch, der ideale Reisemonat ist der November.

Fritsch: Eine klassische Route ist der Start in Sydney entlang der Ostküste nach Cairns. Von dort aus geht es mit dem Flugzeug für ein paar Tage ins Red Center und weiter nach Melbourne, wo man zum Abschluss die Great Ocean Road erkunden kann. Ich persönlich würde aber einen Start in Melbourne empfehlen und über Southern Australia und Western Australia bis nach Exmouth reisen. Retour in die Heimat geht es dann ab Perth. Der beste Weg, das Land der Kängurus und Koalas zu entdecken, ist mit dem Camper oder Mietwagen. Wer wenig Zeit hat und viel sehen möchte, dem empfehlen wir eine geführte Abenteuerreise mit lokalem Guide.

STANDARD: Was beeindruckt die meisten Ihrer Kunden bei einer Australien-Reise? Die Menschen, Flora und Fauna oder die Landschaft?

Berglez: Alles! Die Australier sind unkomplizierte, freundliche, herzliche Menschen, mit denen man schnell ins Gespräch kommt. Hier hat das Sprichwort, demzufolge Fremde Freunde sind, die man noch nicht kennt, definitiv Gültigkeit. Zudem bieten die drei großen Trümpfe des Kontinents – Reef, Rock und Roof (für das Opernhaus in Sydney) – unvergessliche Eindrücke. Eine exotische Fauna mit Kängurus und Koalas und Landschaften von Regenwald bis Outback tragen außerdem dazu bei, dass eine Australien-Reise immer ein grandioses Erlebnis ist.

Fritsch: Wenn man sich auf eine Reise ans andere Ende der Welt traut, wird man mit australischer Gastfreundschaft ("How's it going, mate?"), fantastischen Stränden und atemberaubenden Landschaften belohnt. Da Australien größer ist als Europa, erwartet einen unfassbare Diversität.

STANDARD: Wohin können Leute, die gerne mal etwas Neues entdecken?

Berglez: Bei uns immer noch wenig bekannt ist der Bundesstaat Tasmanien, die Insel unter Australien. Die Hauptstadt Hobart ist zwar für uns die entlegenste Stadt Australiens, doch die weite Anreise lohnt sich. Hobart besitzt mit dem privaten Museum of Old and New Art (MONA) die außergewöhnlichste Kunstsammlung der südlichen Hemisphäre, dazu hervorragende Restaurants und originelle Hotels. Für Naturliebhaber ist Tasmanien mit seinen riesigen Schutzgebieten – 51 Prozent der Insel sind als Nationalparks oder Naturreservate geschützt – ein echtes Paradies. Die Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Radeln und Paddeln sind grenzenlos. Und auch hier sorgen Wombats und Wallabys für exotische Begegnungen.

STANDARD: Was müssen Österreicher bei der Einreise bedenken?

Fritsch: Vor der Einreise ist es wichtig, eine ETA (elektronische Einreisegenehmigung) zu beantragen. Wer seine Reise bei STA Travel bucht, bekommt diesen Service von uns gratis dazu, ansonsten wird dies via Internet beantragt und kostet zurzeit 20 australische Dollar. Zu beachten ist, dass diese Registrierung eine Reisedauer von 90 Tage genehmigt. (Katharina Kotrba, 8.10.2019)