Cyberangriff in Rottenmann.

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Der steirische Kühlspezialist AHT in Rottenmann, Tochterunternehmen der japanischen Daikin, ist Ziel eines Cyberangriffs geworden: Seit Samstag ist der Betrieb mit seinen knapp 1.000 Mitarbeitern nicht per E-Mail erreichbar. Eine Schadsoftware griff Server und Programme an, bestätigte am Mittwoch die steirische Polizei entsprechende Berichte der "Kleinen Zeitung" und der "Kronen Zeitung".

Signifikante Auswirkungen seien durch rasches Handeln zwar vermieden worden und der Standort könne auch alle Liefertermine einhalten, aber an der Reparatur wird seit Tagen gearbeitet. Sensible Daten seien gesichert worden. Der Urheber des Angriffs ist bisher nicht bekannt. Die steirische Polizei hat die Ermittlungen den Experten im Bundeskriminalamt in Wien übergeben.

Kleine Gruppen, große Schäden

Erst am Dienstag fand in Fürstenfeld eine Sicherheitskonferenz zum Thema Cyber-Kriminalität statt. Dort erklärte Oberst Walter Unger vom Abwehramt, dass auch kleine Gruppen großen Schaden anrichten können. Das Thema Cyber-Sicherheit sei nicht nur ein strategisches, sondern auch ein neu aufgekommenes wirtschaftliches. Der Versicherer Lloyd's sehe Cyberrisiken als größte Gefahr neben operationellen Risiken von Unternehmen.

Unger appellierte an ein Problembewusstsein in allen Chefetagen. "Gegen Gefahren muss man ein starkes Netzwerk entwickeln. Angegriffen wird alles, was irgendwie erreichbar ist, Banken, Versicherungen, Private – wir haben über 400 Weltmarktführer in Österreichs Wirtschaft. Liegt deren Wissen auf ungeschützten Rechnern, muss man von einem Angriff ausgehen. Weltweit haben Nachrichtendienste den Auftrag, für die jeweilige nationale Wirtschaft zu arbeiten. Und seit den US-Wahlen weiß man, dass fremde Mächte demokratische Prozesse zu beeinflussen versuchen."

AHT Cooling wurde im November 2018 von der europäischen Private Equity-Gesellschaft Bridgepoint an Daikin Europe verkauft. Das Transaktionsvolumen betrug laut damaligen Angaben rund 881 Mio. Euro. (APA, 2.10.2019)