Symbolbild: Die elektronische Plakatwand mit den freizügigen Filminhalten sorgte dafür, dass einige Lenker auffällig langsam fuhren.

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Nicht schlecht staunten Autofahrer im nördlichen Detroit am vergangenen Sonntagabend. Auf dem Weg zur Autobahn M-59 zeigte sich auf einer großen elektronischen Plakatwand nämlich keine Produktwerbung, sondern ein Video sexuell expliziter Art, schreibt Detroit Free Press.

Rund 20 Minuten lang gab es am Spätabend statt Konsumgütern Kopulation zu sehen, ehe es der von Fahrern alarmierten Polizei gelang, den Eigentümer des Billboards zu kontaktieren, der die Tafel abschaltete. Laut lokalen Medien war der Pornostreich durchaus gefährlich, zumal viele Lenker beim Vorbeifahren am Freiluftkino der speziellen Art auffällig langsam wurden.

Einbruch in Kontrollhäuschen

Eine der dabei zu sehenden Darstellerin mit dem Künstlernamen "Princess Leia", erklärte gegenüber Vice, dass sie froh sein, dass es nicht zu Unfällen gekommen war. Sie hoffe, dass dieser Vorfall eine öffentliche Diskussion über die Sicherheit elektronischer Plakatwände starte. Ein Fahrer postete ein (mittlerweile gelöschtes) Video auf Reddit,

Verantwortlich für die plötzliche Programmänderung dürften laut Polizeibericht (PDF) zwei Männer sein. Sie waren über einen fast zwei Meter hohen Zaun geklettert und in ein kleines Gebäude eingedrungen, das unterhalb des Billboards steht. Dort verschafften sie sich Zugang zum Computer, mit dem die Anzeige bespielt wird, um das Werk aus dem "XXX"-Genre darauf zu verbreiten.

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Heftige Strafe droht

Sollten sie ausgeforscht werden, dürfte es unangenehm für sie werden. Ihnen droht eine Strafe für die Verbreitung von pornographischem Material an Minderjährige, die bei bis zu 90 Tagen Haft nebst 500 Dollar Strafe liegt. Zudem drohen ihnen auch Anklagen in Zusammenhang mit dem Einbruch, die rechtlich nicht mehr als einfache Straftat, sondern als Verbrechen gewertet werden.

Die tatsächliche oder vermeintliche Manipulation von großen Werbeanzeigen hat sich in den USA als eine Art Form des Aktivismus, als auch als ein PR-Mittel etabliert. Man sprich auch von "Billboard Shockers". (red, 2.10.2019)