In Hongkong halten die Proteste weiter an.

Foto: Tyrone Siu / REUTERS

Seit Monaten protestieren Anhänger der Demokratiebewegung beinahe täglich gegen die chinesische Zentralregierung. Wie in vielen Protesten davor, spielen auch dieses Mal wieder elektronische Hilfsmittel eine wichtige Rolle. Die beste App nutzt aber wenig, wenn man sie nicht installieren kann. Ein Problem, das sich vor allem unter iOS stellt, da hier von Haus aus nur Programme aus dem offiziellen App Store akzeptiert werden. Also haben auch die Entwickler von HKmap.live versucht in Apples Angebot Aufnahme zu finden. Die Antwort, die man dabei erhalten hat, lässt den iPhone-Hersteller nun aber in einem ziemlich zweifelhaften Licht erscheinen.

Ablehnung

Apple hat die Aufnahme von HKmap.live in den App Store abgelehnt, dies berichten die dahinter stehenden Entwickler auf Twitter. Die dazu gelieferte Begründung macht schnell klar, dass es sich dabei um kein Versehen handelt. In dieser heißt es nämlich, dass die App nicht legal sei, da sie den Nutzern dabei helfe den Polizeibehörden zu entkommen.

Die Entwickler verwehren sich gegen diese Darstellung: HKmap.live biete lediglich eine von den Nutzern zusammengestellte Übersicht über die Proteste. Auf einer Karte sind dabei neben Protesten auch die Standorte der Polizei oder von sicheren Rückzugsorten zu sehen. Andere Nutzer merken an, dass bei einer solchen Auslegung durch Apple auch Apps wie Googles Waze verboten sein müssten, da darin auch vor Radarfallen gewarnt wird.

Kritik

Einen besonders negativen Beigeschmack hat diese Episode mit einem Blick auf die Geschäftsinteressen des Konzerns. Immerhin ist China ein wichtiger Absatzmarkt für Apple, und das Unternehmen unterwirft sich dafür schon jetzt – im Gegensatz zu einigen anderen US-Tech-Unternehmen – der staatlichen Zensur. Insofern werfen Kritiker Apple auch vor, sich mit der Ablehnung von HKmap.live auf die Seite einer Diktatur zu schlagen. (red, 2.10.2019)