Die Nord Stream 2 Pipeline könnte in den kommenden Monaten ihren Betrieb aufnehmen.

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Moskau – Im Streit um russische Gaslieferungen durch und an die Ukraine ab 2020 bietet Kremlchef Wladimir Putin eine zeitlich befristete Verlängerung des bestehenden Vertrags an. Möglich sei das zum Beispiel um ein Jahr – sollte es keine schnelle Einigung über ein neues Abkommen geben, sagte der Präsident am Mittwoch bei einer Energie-Konferenz in Moskau.

"Die Ukraine versucht derzeit, das europäische Energiepaket umzusetzen." Sollte das bis Jahresende gelingen, sei Russland bereit, ein Transitabkommen nach dem europäischen Recht zu unterzeichnen. Wenn das nicht bis Ende Dezember klappe, was wahrscheinlich sei, könne der gültige Vertrag verlängert werden. In der Ukraine müsse das noch durch das Parlament. "Das ist nicht sehr einfach", sagte Putin.

Verträge laufen aus

Seit Monaten ringen Russland, die Ukraine und die EU um eine Einigung. Es geht um die Durchleitung russischen Erdgases durch ukrainische Pipelines Richtung Westeuropa und um die Gasversorgung für die Ukraine selbst. Die vor zehn Jahren vereinbarten Verträge laufen Ende des Jahres aus. Bisher gab es bei den Gesprächen unter Vermittlung der EU keinen Durchbruch.

Hintergrund der jetzigen Verhandlungen ist auch der Bau der neuen Ostseepipeline Nord Stream 2, die in den nächsten Monaten den Betrieb aufnehmen könnte. Mit dieser neuen Leitung für russisches Gas nach Westeuropa könnte die Bedeutung der Ukraine als Transitland abnehmen. Die Ex-Sowjetrepublik befürchtet Milliardenverluste, sollten die Einnahmen aus den Transitgebühren wegbrechen. (APA, 2.10.2019)