Konzentriert bei der Arbeit: Jürgen Klopp.

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Liverpool – Liverpool-Coach Jürgen Klopp hat den 4:3-Heimsieg über Salzburg am Mittwochabend als "wichtige Lektion" eingestuft. Für den Titelverteidiger der Champions League war der Abend nach 3:0-Führung "intensiver als notwendig", überrascht vom Gegner sei Klopp aber nicht gewesen: "Ich habe gewusst, dass sie uns Probleme machen können, wenn wir es zulassen."

In den ersten 36 Minuten, in denen Sadio Mane, Andy Robertson und Mohamed Salah eine klare Führung herausschossen, habe sein Team "vielleicht den besten Fußball dieser Saison gezeigt", betonte Klopp. "Wir haben alles gemacht, was sie nicht mögen – in Höchstgeschwindigkeit, wenn man so will. Wir hätten auch mehr Tore erzielen können."

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Die Salzburger Umstellung auf eine Mittelfeldraute sei seinem Team dann aber nicht gut bekommen. "Das ist für uns normalerweise kein Problem. Heute aber war es eines", erklärte Klopp. Der Fehler: Man habe es durch die Mitte versucht, die Bälle dort verloren und sich Konter eingefangen. "Das hat das Momentum des Spiels verändert."

Torschütze Robertson ärgerte sich über die eigene Vorstellung. "Salzburg ist ein gutes Team, aber wir können mit den letzten 60 Minuten unseres Spiels nicht zufrieden sein", meinte der Linksverteidiger. "Wir haben ihnen erlaubt zurückzukommen, das machen wir zu Hause normalerweise nicht." Das sei einerseits an Salzburg gelegen, denn "andere brechen bei 0:2 zusammen, sie aber nicht". Andererseits aber an der eigenen Nachlässigkeit. "Wir hätten das vierte, fünfte oder sechste Tor machen müssen", betonte Salah.

Klopp: "Es war ein typisches Liverpool-Spiel"

In den fünf CL-Heimspielen zuvor war Liverpool stets ohne Gegentor geblieben, am Mittwoch "klingelte" es gleich dreimal. Und so durfte Salzburg, nachdem es "eine richtige Lektion" erhalten hatte, für kurze Zeit "heranschnuppern", wie Klopp es formulierte.

Bis Salah schließlich doch noch für den dringend nötigen Sieg sorgte – denn der Auftakt war mit dem 0:2 bei Napoli im September in die Hose gegangen. "Es war weit entfernt von einem perfekten Spiel. Aber es war ein typisches Liverpool-Spiel. Aufregend", schloss Klopp seine Pressekonferenz. "Das Ziel waren drei Punkte, die haben wir."

Freund: "Wir sind immer noch Außenseiter"

Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund hält an den Zielen fest: "Es ist alles möglich, aber Grundziel bleibt, dass wir international überwintern." Der nächste Gegner heißt Napoli, am 23. Oktober (in Salzburg) und am 5. November. Um für die K.-o.-Phase zumindest in die Europa League umzusteigen, müsste man auf Rang drei vor Genk kommen. "Wir sind immer noch Außenseiter", erklärte Freund im Hinblick auf den Kampf um einen Achtelfinalplatz.

Vielleicht war es auch Understatement von Freund, der von der Leistung gegen Liverpool sichtlich angetan war. "Wir haben gezeigt, dass wir auch auf diesem Level mitspielen können. Ein 0:3 an der Anfield Road aufzuholen ist noch nicht vielen Mannschaften gelungen", sagte Freund. "Es ist nur schade, dass wir unser Spiel in der ersten halben Stunde nicht auf den Platz gebracht haben, nicht so mutig waren."

Einmal mehr habe das Team jedenfalls internationale Werbung für den Bullen-Kick gemacht. "Ein cooler Fußballabend, der lange in Erinnerung bleiben wird." Nicht zuletzt dank Neo-Coach Jesse Marsch. "Den Charakter eines Trainers sieht man auf dem Platz. Wir sind furchtlos, mutig, haben richtig viel Energie, und es macht Spaß zuzuschauen", schwärmte Freund. (APA, 3.10.2019)