Die Chancen, die du nicht machst, ...

Foto: REUTERS/NAZCA

... macht Sporting Lissabon.

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Lissabon – Der LASK hat in der Europa League eine unnötige Niederlage bei Sporting Lissabon einstecken müssen. Die Linzer gingen am Donnerstagabend beim 18-fachen portugiesischen Landesmeister zwar durch Marko Raguz (16.) in Führung, vergaben danach aber etliche Möglichkeiten und kassierten nach Gegentoren von Luiz Phellype (58.) und Bruno Fernandes (63.) noch eine bittere 1:2-(1:0)-Niederlage.

Nach dem Rückschlag vor 31.225 Zuschauern im Estadio Jose Alvalade hält der LASK nach zwei Gruppenspielen weiter bei drei Zählern. Nun wartet das Doppel gegen den PSV Eindhoven auf die Mannschaft von Trainer Valerien Ismael. Auf die sich bisher stark präsentierenden Niederländer – die 4:1 gegen Trondheim siegten – treffen die Linzer zunächst am 24. Oktober auswärts.

Hadern

Nach dem Schlusspfiff in Lissabon durften die LASK-Profis hadern. Sie hatten ein klares Chancenplus, Sporting war aber effizienter und brachte das Resultat über die Zeit. Dabei hatte es von Beginn an nach einer Überraschung durch den Außenseiter ausgesehen. So benötigten die in rosa Trikots eingelaufenen Oberösterreicher in der Höhle der "Löwen" nur eine halbe Minute, um Eindruck zu schinden.

Dominik Frieser setzte sich bereits nach 30 Sekunden im Strafraum durch, Torhüter Renan Ribeiro rettete mit einer Fußabwehr und machte sich auch im Nachschuss erfolgreich vor dem LASK-Angreifer breit. Die sportlich unterdurchschnittlich in die Saison gestarteten Lissaboner hatten sichtlich Probleme mit den selbstbewusst auftretenden Gästen, die den Gegner wie gewohnt früh anpressten – und damit erfolgreich fuhren. Die Führung war logische Konsequenz.

Die Führung

Der ehemalige Barcelona-Profi Jeremy Mathieu produzierte beim Herausspielen einen haarsträubenden Fehlpass, Raguz ließ in Folge seinen Gegenspieler aussteigen und wuchtete den Ball ins Tor. Im fünften Versuch traf damit erstmals eine österreichische Mannschaft in einem Auswärtsspiel bei Sporting. Thomas Goiginger hätte beinahe einen Doppelschlag vollendet, sein Versuch zischte aber am langen Eck vorbei. Eine weitere Statistik – acht Schüsse der Linzer Richtung Sporting-Gehäuse in den ersten 20 Minuten – verdeutlichte das Geschehen.

Lissabons Nummer zwei hinter Benfica blieb fast völlig wirkungslos. Coach Silas – der dritte des Klubs in dieser Saison – starrte von der Bank beunruhigt Richtung Spielfeld. Sein Gegenüber Ismael durfte sich freuen. Der Franzose hatte Österreichs U21-Teamstürmer Raguz anstelle von Joao Klauss aufgeboten. Ein Schachzug, der aufging. Erst nach einer halben Stunde kam Sporting ein wenig besser in die Partie, konnte sich aber kaum entfalten, da der LASK die Räume in der eigenen Spielhälfte eng machte. Bei den Portugiesen wandelte Linksaußen Marcos Acuna nach Attacken gegen Philipp Wiesinger und Reinhold Ranftl am Rande des Ausschlusses.

Ärger

Die Linzer versuchten nach Seitenwechsel wieder Akzente zu setzen. Gernot Trauners Kopfball nach einem Eckball flog knapp über die Latte, Goigingers Abschluss aus der Drehung hätte ebenfalls das 2:0 bedeuten können. Für Raguz kam nach 55 Minuten dann Klauss. Drei Minuten später schaffte Sporting den Ausgleich. Phellype stieg nach einem Eckball erfolgreich hoch, wobei die Zuordnung beim LASK in dieser Szene nicht passte. Für die Ismael-Elf kam es noch schlimmer: Bruno Fernandes stand beim Zuspiel von Phellype nicht im Abseits, Sportings Starspieler ließ sich die Chance nicht entgehen.

Ein rascher Ausgleich wäre möglich gewesen, auch beim zu zentral angetragenen Abschluss von Klauss aus elf Metern fehlte aber Kaltschnäuzigkeit (69.). Der unermüdliche Goiginger prüfte Ribeiro mit einem Fernschuss ein weiteres Mal (78.). Auch die Schlussoffensive der Linzer brachte nichts mehr ein. (APA, 3.10.2019)

Europa League, Gruppe D, 2. Runde, Donnerstag

Sporting Lissabon – LASK 2:1 (0:1).
Estadion Jose Alvalade, 31.225 Zuschauer, SR Durieux (LUX)

Torfolge:
0:1 (16.) Raguz
1:1 (58.) Luiz Phellype
2:1 (63.) Fernandes

Sporting: Ribeiro – Neto (46. Vietto), Coates, Mathieu – Miguel Luis, Doumbia, Fernandes, Wendel (58. Eduardo Henrique), Acuna (73. Borja) – Luiz Phellype, Bolasie

LASK: Schlager – Wiesinger, Trauner, Filipovic – Ranftl, Michorl, Holland, Potzmann (72. Renner) – Goiginger, Raguz (55. Klauss), Frieser (80. Sabitzer)

Gelbe Karten: Acuna, Luiz Phellype, Fernandes bzw. Ranftl, Wiesinger