Das Gericht gab Kevin Howard Recht.

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Washington – Es gehe ihm um die Heiligkeit der Ehe: So argumentierte Kevin Howard, dass er den Liebhaber seiner Frau geklagt hat. Ein Gericht im Bundesstaat North Carolina sprach Kevin Howard 750.000 Dollar (rund 685.000 Euro) zu, wie US-Medien berichteten.

Grundlage ist ein Gesetz aus dem 19. Jahrhundert. Es erlaubt einem Ehepartner jemanden zu verklagen, den er für das Scheitern seiner Ehe durch unrechtmäßiges oder böswilliges Handeln verantwortlich macht.

Die Ehe von Howard und seiner Frau war nach zwölf Jahren in die Brüche gegangen. "Sie hat mir ursprünglich gesagt, dass sie die Scheidung will, weil ich zu viel arbeite und nie da bin", sagte Howard im Sender WITN. Ein Privatdetektiv habe dann aber herausgefunden, dass die Frau eine Affäre mit einem Arbeitskollegen gehabt habe. Howard kannte den Mann. "Er kam in mein Haus und hat mit uns zu Abend gegessen. Wir haben Geschichten geteilt und über unser Privatleben gesprochen."

Frauen als Besitz

Howard zog schließlich vor ein Gericht der Stadt Greenville und bekam dort Recht. Die Leute müssten verstehen, dass die Ehe heilig sei, sagte er zu WITN – gerade in Zeiten, in denen die Moral in Frage gestellt werde.

Das "Homewrecker-Law", auf dem das Urteil basiert, besteht neben North Carolina nur in fünf weiteren US-Bundesstaaten: Hawaii, Mississippi, New Mexico, South Dakota und Utah. Es entstand zu einer Zeit, als Frauen noch als Besitz ihres Ehemanns angesehen wurden.

Howards Anwältin Cindy Mills bringt jedes Jahr mindestens einen solchen Fall vor Gericht. 2010 bekam einer ihrer Mandaten 5,9 Millionen Dollar zugesprochen. Im selben Jahr sprach ein Gericht in North Carolina einer Frau neun Millionen Dollar zu. Die Frau hatte die Geliebte ihres Ex-Mannes für das Scheitern ihrer seit 33 Jahren währenden Ehe verantwortlich gemacht. (APA, AFP, 4.10.2019)